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Sonntag, September 5, 2010
 

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Ecuador und Galapagos Sehenswürdigkeiten


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Sehenswürdigkeiten

GALAPAGOS

BALTRA (South Seymour)
Die Insel war von 1941 bis 1948 Luftwaffenstützpunkt der USA. Heute ist sie Hoheitsgelände des ecuadorianischen Militärs. Sein Flughafen ist der bedeutendste Ankunfts- und Abflugsort vom und zum Festland. Der Hafen liegt etwa 5 Minuten vom Flughafen entfernt. Sollte Ihre Reise in Puerto Ayora beginnen, geht es per Bus zum Itabaca Channel, dann auf der Fähre hinüber nach Santa Cruz und weiter auf landschaftlich reizvoller Strecke bergauf und bergab nach Süden. Die unterschiedlichen Vegetationsstufen sind eine schöne Einstimmung, Ihre Galápagos-Expedition zu beginnen.

SANTA FÉ (englisch auch: BARRINGTON)
Wanderung durch einen hohen Wald aus Baumopuntien und Balsambäumen. Man kann die nur hier vorkommenden Landleguane beobachten sowie Lavaechsen und Seelöwen sehen. Hervorragende Schwimm- und Schnorchelmöglichkeiten.

BARTOLOMÉ
Ihr "Pinnacle Rock" macht die kleine Insel zur wahrscheinlich meistfotografierten der Inselgruppe. Klettern Sie über die Holztreppen hinauf zum Gipfel, um den atemberaubenden Rundumblick zu genießen. Hier kann man alle möglichen Lavaformen und andere vulkanische Erscheinungen studieren, gilt die Insel doch weithin als "aufgeschlagenes Lehrbuch der Geologie". Seelöwen und Pinguine (in tropischen Gewässern!) kann man rund um Pinnacle Rock antreffen. Es gibt einen herrlichen Sandstrand mit schönen Bade- und Schnorchelmöglichkeiten.

FERNANDINA
Sie ist die jüngste und - nicht verwunderlich - vulkanisch aktivste Insel der Galápagos-Gruppe. Landungspunkt ist die Punta Espinoza. Hunderte Meerechsen sonnen sich auf den schwarzen Lavafelsen. Flugunfähige Kormorane, Pinguine, Pelikane und Seelöwen sind zu erleben, daneben Mangrovenbestände entlang der Küste. Die Wanderwege führen durch die verschiedensten Lavaströme, deren erkaltete Formen auf eigenartige Weise faszinieren. Nur wenige der umliegenden Gesteine sind älter als 400 Jahre. Fernandinas gewaltiger Schildvulkan hinterlässt bei wohl jedem Besucher einen tiefen Eindruck.

FLOREANA
Post Office Bay: Hier sehen Sie das berühmteste Postfach der Welt, einst von den Walfängern aufgestellt. Bootstour zum Inselchen Lobería mit seiner Seelöwen-Kolonie. Pinguine sind gelegentlich ebenfalls zu sehen. Punta Cormorán: Olivingrüner Strand und Flamingos in einer abgelegenen Lagune. Nur ein kurzer Weg, und man ist an einem schönen weißen Strand, wo Meeresschildkröten ihre Eier ablegen (Dezember bis Mai). Es gibt hervorragende Schnorchelgründe am Strand oder an den vorgelagerten Felsinselchen Champion und Teufelskrone. Wahrscheinlich bestes Revier, um zusammen mit Seelöwen im Wasser zu sein.

ESPAÑOLA (Hood)
Gardner Bay: Willkommen am Paradiesstrand! Hier tummelt man sich am leuchtendweißen Sandstrand mit Seelöwen und Spottdrosseln. Schwimmen und schnorcheln ist hier und an den kleinen vorgelagerten Eilanden ein besonderes Vergnügen. Türkisfarbenes Wasser in allen Abstufungen von grün und blau - auch ein Paradies für Landschaftsfotografen! Punta Suárez: Wanderung über Lavafelsen auf einem Pfad, der gesprenkelt ist mit den Nestern der Blaufuß- und Maskentölpel und weiterführt zu Meerechsen (eine endemische Form) und zur einzigen Kolonie der seltenen Galápagos-Albatrosse sowie dem berühmten "blow hole". Es gibt auch Seelöwen, Galápagos-Tauben und drei Darwinfinken-Arten zu sehen.

ISABELA (englisch auch: ALBEMARLE)
Die größte Insel des Archipels wuchs aus sechs großen Schildvulkanen zusammen. Tagus Cove ist ein natürlicher Hafen, an dem Walfänger und Piraten die Namen ihrer Schiffe am Felsen verewigten. Von dort geht es zu Fuß bergauf zum Darwin-See, einem mit salzigem Wasser gefüllten Tuffsteinkegel, von dessen Rand sich ein herrlicher Ausblick bietet. Im kleinen Boot geht es dann die Küste entlang und man kann Pinguine, Flugunfähige Kormorane, Tölpel, Pelikane und Rote Klippenkrabben beobachten. Urbina Bay erstreckt sich an der zentralen Westküste Isabelas und liegt an den Ausläufern der Vulkane Alcedo und Darwin. Landung auf schwarzem Lavasandstrand. Zu den Höhepunkten zählen die großen und farbenfrohen Landleguane, die hier im Hinterland hervorragende Nistplätze und Schlupfwinkel finden. Gute Gelegenheit, Riesenschildkröten in freier Wildbahn zu sehen (ganzjährig; ihre Anzahl kann saisonabhängig schwanken). Entlang der felsigen Küste sind Sichtungen Flugunfähiger Kormorane, Blaufußtölpel, Pinguine und großer Meerechsen möglich. Beeindruckend sind die 1954 von tektonischen Hebungen übers Meer gedrückten Korallenbänke. Punta Moreno liegt an der zentralen Südwestküste Isabelas. Spektakulärer Anblick der Vulkane Alcedo, Sierra Negra und Cerro Azul. Höhepunkte: gewaltige Lavaströme längst vergangener Eruptionen; einsame, völlig unberührte Landschaft; ein Bilderbuch an Pionierpflanzen; außerordentlich vielseitige und ungewöhnliche Trockenvegetation. Hauptanziehungspunkt ist ein Gelände mit kleinen Brackwasserteichen, die wie eine Oase Watvögel anlocken, in der Saison auch Flamingos. Ideal zur Beobachtung der seltenen und sehr scheuen Teichhühner. Häufig zu sehen sind Fregattvögel, Pelikane und andere Seevögel, die sich im Brackwasser vom Salz reinigen. Punta Vicente Roca wartet mit großartigen Landschaften entlang der westlichen Vulkane des Galapagos-Archipels auf. Hier, an der Nordspitze der größten Insel, Isabela, finden sich die jüngsten geologischen Formen der Inselgruppe. Das Gebiet gehört zum Ecuador-Vulkan, der einen Blick auf den Kraterboden ermöglicht, nachdem eine Hälfte seines Kessels im Meer versunken ist. Vorm Ankerplatz ragen Tuffsteinschichten eines Parasitärkraters auf, der sich an den Hängen seines „Wirts“ gebildet hat. Intrusivgesteine, die senkrecht (Dikes) und waagerecht (Sills) durch vorhandene Gesteinsschichten drangen, sind Zeugnisse vulkanischer Aktivität, die noch gar nicht so lange her ist. Da es hier nirgends einen Landungsplatz gibt, wird der Ausflug zu einer Küstenexkursion, bei der die Naturführer die dramatische Geologie der Gegend anschaulich erläutern. Überraschungen hält die hiesige Tierwelt parat, denn kaum, dass man wenige Stunden zuvor den Äquator überquert hat, entdeckt man hier in den Tropen Delphine, Wale, Seelöwen, Seevögel, Meeresschildkröten und andere mehr. Wie das? Die Antwort findet sich im kalten, nährstoffreichen Cromwellstrom, einer Tiefseeströmung, die genau hier an der Vulkanbasis emporgelenkt wird. Das lockt zahlreiche hungrige Schnäbel an, darunter Braunpelikane, Blaufußtölpel, Noddiseeschwalben, Sturmtaucher und Galapagos-Pinguine, die einzigen Vertreter ihrer Gattung in den Tropen. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten (Strömung, Sichttiefe), ist auch ein Schnorchelausflug geplant.

SANTIAGO (englisch auch: JAMES)
Anlandung in Sullivan Bay, einem Gebiet, das zuletzt 1897 vulkanische Aktivitäten zeigte. Herrliche Lavaformationen und interessante Schnorchelgründe, in denen maritime Pionierarten zu entdecken sein sollten. In James Bay Anlandung an einem schwarzen Sandstrand. Beim Küstenspaziergang lässt sich eine Fülle meeresspezifischer Tierarten beobachten. Ganz besonders gut lassen sich hier Zugvögel ausmachen. Ausgezeichnete Schwimm- und Schnorchelmöglichkeiten. Leichter Spaziergang – mit Beobachtung von Darwinfinken und Galápagos-Bussarden – zu schwarzen Lavafelsen, an denen eine Kolonie Galapagos-Seebären lebt.

RABIDA (englisch auch: JERVIS)
Hinter dem von Seelöwen belegten, roten Sandstrand der kleinen Insel liegt ein Flamingoteich. Pelikane und Tölpel brüten in der Umgebung. Neun Finkenarten hat man allein hier bestimmt.

NORTH SEYMOUR
Wie Baltra ist auch diese Insel Ergebnis einer tektonischen Hebung von ursprünglichem Meeresgrund. Die flache Insel ist mit Balsambäumen bewachsen, und man kann Kolonien der Blaufußtölpel, Gabelschwanzmöwen und Prachtfregattvögel beobachten. Auf der anderen Seite der Insel krachen die Wellen auf Felswände, und Seelöwen spielen in der Dünung.

PLAZA
Ein kleines Eiland, das bis an seine Steilklippen voll faszinierender Lebensformen steckt: Seelöwen, Landleguane, Gabelschwanzmöwen, Opuntien und andere Pflanzen, die mit den Jahreszeiten ihr Kleid wechseln.

SAN CRISTOBAL
Folgen Sie den Spuren von Charles Darwin, der hier erstmals Galapagos-Boden betrat. Zu den Besichtigungspunkten gehört das Galapagos-Informationszentrum in Puerto Baquerizo Moreno und das Felseneiland Isla Lobos. Für Gäste, die die einwöchige Erlebnistour gebucht haben, wird eine Wanderung ins Hochland arrangiert. Herrliche Motive für Landschaftsfotografie.

GENOVESA (Tower)
Darwin Bay: Eine zusammengestürzte Caldera, die einen Naturhafen bildet. Steilklippen dominieren das Landschaftsbild. Man nennt sie die "Vogelinsel", weil sie tausende Fregattvögel, Rotfußtölpel, Seeschwalben, Lavamöwen, Tropikvögel, Tauben, Sturmtaucher und Darwinfinken Lebensraum bietet. Gute Schnorchelbedingungen an den atemberaubenden Klippen. Prince Philip's Steps: Wanderung auf Lavafelsen. Ein Balsambaumwald voller Nistvögel. Gute Chancen, die einzigartige Sumpfohreule zu sehen. Maskentölpel, Fregattvögel, Rotfußtölpel und Fliegenschnäpper gehören zu den herausragendsten Vertretern der hiesigen Vogelwelt. Und die Sonnenuntergänge verdienen einen Preis!

ANDEAN HOCHLAND DIG ALLE DER VULKANE CANELAZO
Zubereitungszeit: 30 Minuten Anzahl der Portionen: 6 Schwierigkeitsgrad: einfach Kategorie: "Heiß"getränk Herkunft: Ecuador Zutaten: ¼ l "Aguardiente” - Zuckerrohrlikör, auch als "Feuerwasser" bekannt ¾ l Wasser 125 g braunen Zucker 6 Zimtstangen 1 Teelöffel Zitronensaft Zubereitung: Bringen Sie das Wasser mit dem Zucker und den Zimtstangen in einer Kasserolle zum Kochen. Gießen Sie das Aguardiente dazu und halten Sie das ganze heiß, ohne es noch einmal aufkochen zu lassen. Ist es soweit, nehmen Sie die Kasserolle vom Herd und fügen den Zitronensaft dazu. Sehr heiß in kurzen breiten Gläsern servieren.

COTOPAXI-VULKAN
Der Cotopaxi liegt in den Anden Zentralecuadors und ist der höchste aktive Vulkan der Welt. Sein Name bedeutet "Hals des Mondes". Er erhebt sich aus einem Tal in 2.750 Meter Höhe bis auf 5.897 Meter über dem Meeresspiegel. Sein Krater misst von West nach Ost schätzungsweise 500 Meter, von Nord nach Süd ungefähr 700 Meter. Der perfekt geformte, schneebedeckte Kegel des Cotopaxi ist 1.341 Meter hoch. Die erste von Menschen aufgezeichnete Eruption ereignete sich 1534 zur Zeit der spanischen Eroberung und setzte beide, Eroberte und Eroberer, gleichermaßen in Schrecken. 1877 ereignete sich der letzte größere Ausbruch. Eingerahmt wird der Vulkan vom Cotopaxi-Nationalpark, einem ökologisches Kleinod von 360 Quadratkilometern Ausdehnung. Naturliebhaber werden begeistert sein: Auf dem weiten, baumlosen Páramo-Hochland kann man Lamas und vielleicht Rotwild sehen. Aus der Vogelwelt Andenmöwe, Enten, mehrere Kolibriarten und der Kondor erwähnt, den sie mit etwas Glück ausmachen werden. DIE

TEUFELSNASE
1895 nahm der damalige Präsident Ecuadors, Eloy Álfaro, Kontakt mit den US-amerikanischen Ingenieuren Archer Harman und Edward Morely auf, Repräsentanten eines Unternehmens, das daran interessiert war, die "schwierigste Bahnstrecke der Welt" zu bauen wie es seinerzeit hieß. Die Gesellschaft nannte sich, wie damals üblich, nach der Strecke "Guayaquil & Quito Railway Company” und wollte den Haupthafen des Landes, Guayaquil am Pazifik, mit der im Andenhochland gelegenen Hauptstadt Quito verbinden. Man erreichte ein Abkommen, und der Bau begann 1899. Doch schließlich kam man mit dem Gleis an ein riesiges Hindernis, einer beinahe senkrecht abfallenden Felsmauer, genannt die "Teufelsnase". Viele Menschenleben waren zu beklagen, bis fertiggestellt war, was man bis heute ein Meisterwerk des Bahnbaus nennt: der zickzackartige, aus dem Berg herausgemeißelte Verlauf der Strecke. Diese ungewöhnliche Lösung macht es den Zügen durch Vor- und Zurücksetzen möglich, den Berg zu bewältigen. Im September 1902 erreichte die Strecke Alausí und Riobamba schließlich im Juli 1905.

HACIENDA HUALILAGUA DE JIJON
Im Jahre 1718 wurde die Hacienda Hualilagua de Jijón an einem Berghang mit Blick über das Machachi-Tal errichtet. Bis heute gehört sie den Nachfahren der Gründerfamilie. In ihren Anfängen lebte man hier vom Getreideanbau und schlug Edelhölzer, die für Möbel und religiöse Skulpturen Verwendung fanden. Das bezaubernde Herrenhaus ist umgeben von Gartenanlagen mit zahlreichen einheimischen Baum-, Orchideen- und Bromelienarten. Hualilagua ist berühmt für seine umfangreiche Gemälde- und Möbelsammlung aus der Epoche der „Schule von Quito“.

HACIENDA LA CIÉNEGA, TOURIST COTOPAXI, ECUADOR
Am Fuße des Vulkans Cotopaxi im Lasso-Tal der Region Guaytacama gelegen, gehört die Hacienda aus dem 17. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag Nachfahren des ursprünglichen Besitzers, dem Marquis von Maenza. Das heutige Herrenhaus wurde 1838 errichtet; eine Allee riesiger, duftender Eukalyptusbäume führt darauf zu. 1982 wurde das Haus öffentlich zugänglich gemacht, mit großzügigen Zimmern, umgeben von herrlichen Gärten. Die anmutigen und eleganten Zimmer und Säle von La Ciénega waren Zeugen vieler wichtiger Ereignisse in Ecuadors Geschichte.

KUNSTHANDWERK
Farbenfrohe, kunsthandwerkliche Erzeugnisse kann man überall in den Anden finden und sind wunderschöne Mitbringsel. Aus dem Cotopaxi-Gebiet kommen beispielsweise shigras, Taschen aus Sisalfasern, die ursprünglich der Aufbewahrung trockener Nahrungsmittel dienten, und heute einfach großartige Handtaschen abgeben. Eine schöne Idee für die Lieben daheim sind wollene Ponchos in verschiedenen Farben und Mustern sowie Holzmasken aus Pujilí als faszinierender Wandschmuck. Körbe aller Formen und Größen lohnen sich ebenfalls und eignen sich als Brot-, Picknick- oder Wäschebehältnis. Schön gewebte fajas – Gürtel mit komplizierten Mustern und in leuchtenden Farben – werden überall verkauft. Musikfreunden werden Instrumente wie der rondador, bei uns als Panflöte bekannt, pingullo-Flöten, bocinas (ein langes Horn) und Gitarren gefallen.

HOSTERÍA RUMIPAMBA DE LAS ROSAS
Die Hostería Rumipamba de las Rosas liegt im Andenhochtal nahe dem Städtchen Salcedo. Der gemütliche Gasthof mit seinen vielen kunsthandwerklichen Gegenständen und Antiquitäten strahlt eine nostalgische Atmosphäre aus. Hier gibt es heimische und internationale Küche. Rumipamba de las Rosas verfügt über 16 Suiten und 15 luxuriöse Zimmer. Jedes ist anders eingerichtet und mit offenem Kamin sowie Farbfernseher ausgestattet. Alle Zimmer verfügen zudem über eigene Badezimmer und Heizung. Der Zimmerservice steht rund um die Uhr zur Verfügung. Swimmingpool. Weitere Sportangebote: Fußball, Tennisplatz, Basketball, Volleyball, Hallenfußball, Tischtennis, Fahrräder, Ausritte, Kutschfahrten, großer Gartenspielplatz, Kinder-Eisenbahn, Garten-Schach, angelegter See, Bootsfahrten, Kunsthandwerk. In der Nähe: Fischen, Jagen, Wandern. Telefon: (593-3) 272-6128 Fax: (593-3) 272-7103

LA VICTORIA
Nahe der Stadt Pujilí liegt das kleine Töpferdorf La Victoria. Der Ton aus den nahen Gruben von El Tejar, Collas und El Tingo wird erst sorgfältig getrocknet, anschließend zerkrümelt und unter Zugabe von Wasser zu einem Brei angerührt bzw. getreten. Dann wird die Masse durch ein Sieb gepresst und einige Tage liegen gelassen, bis sie die richtige, klebrige Konsistenz zur Weiterverarbeitung bekommen hat. Mit der Hand und an der Töpferscheibe entstehen alle möglichen Figuren. Töpferwaren für den Alltagsgebrauch werden ebenso produziert; zu Weihnachten steht das ganze "Krippenprogramm" bereit.

PÁRAMO
Verbreitungsgebiet oberhalb der Baumgrenze in Höhen zwischen 3.200 - 4.000 Metern mit nächtlicher Abkühlung bis um den Gefrierpunkt. Mit dem spanischen Wort für Ödland, páramo, werden in Ecuador andine Hochplateaus über der Bergwaldgrenze bezeichnet, deren eigentümliche Vegetation stark durch die Anpassung an extreme Sonneneinstrahlung und nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt andererseits geprägt sind. Oft wabern Nebelschwaden durch die geheimnisvolle Welt der Kraterseen. Mancherorts sind die Wiesen übersät von den dickblättrigen und z.T. mannshohen frailejones, deren Stämme zum Schutz gegen die Kälte von abgestorbenen Blättern eingehüllt sind.

DIE SALASACA UREINWOHNERN
Sie repräsentieren die wichtigste ethnische Gruppe in der Provinz Tungurahua. Man sagt, sie seien von den Inkas aus Bolivien nach Ecuador gebracht worden, um den Zugang zum Regenwald zu bewachen. Sie sind hervorragende Weber und haben sich ihre Bräuche, Trachten, Traditionen und überlieferten Sozialstrukturen bewahrt.

TAGUA ODER "PFLANZLICHES ELFENBEIN"
Tagua nennt man die Nuss einer Palmenart mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Phytelephas accuatorialis, die 5 bis 6 Meter hoch wächst und in den tropischen Regenwäldern der Küste und Amazoniens vorkommt. Die Nüsse werden fußballgroß und sind von Festigkeit und Farbe Elfenbein verblüffend ähnlich. Bevor es Plastik und andere Kunststoffe gab, stellte man aus ihnen alles mögliche her. Nach und nach geriet die Taguanuss in Vergessenheit, bis sie für handgefertigte Knöpfe, Schmuck, Spielzeug und andere Souvenirs wiederentdeckt wurde. Damit leistete man nicht nur ein Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für die Erhaltung dieser einheimischen Palmenart aus den gefährdeten Tropenwäldern. Nach der Handlese im Regenwald wird die Nuss ungefähr anderthalb Monate getrocknet. Dann entfernt man Stück für Stück die Hülle, hervor kommt die weiße Frucht. Diese wird u.a. mit feinen Sägen und Bohrern, nicht unähnlich denen beim Zahnarzt, bearbeitet. Zum Schluss wird das gute Stück poliert, um seinen natürlichen Glanz herauszuarbeiten. Die bedeutendsten Tagua-Werkstätten findet man in den Städten Manta und Riobamba.

CHIVA-EXPRESS ANDINER PÁRAMO
Der Páramo oder „Jalca“ ist eine typische Vegetationsform der tropischen Anden im nördlichen Südamerika, die oberhalb der Baumgrenze (ca. 3.500 m Höhe) und unterhalb des ewigen Schnees (ca. 5.000 m Höhe) vorkommt. Das Ökosystem besteht größtenteils aus gletscherüberformten Tälern und Hochebenen mit vielen Seen, Torfmooren und Feuchtgraswiesen, in denen vereinzelt Strauch- und Waldinseln existieren. Die Artenvielfalt ist enorm: Pflanzen, Säugetiere, Vögel und eine vielschichtige Flora aus Moorgewächsen, Bromelien, Moosen sowie niedrigen Hainen andiner Baumarten wie Puma Maqui (Pumapfote), Polylepis und Ginoxis. Diesen Lebensraum teilen sich Hirsche, Kaninchen und Wölfe mit einer großen Vogelschar, darunter die kleinsten und die größten Vertreter ihrer Gattung – hier der kleine Kolibri, dort oben der majestätische Kondor. Rings um die Vulkane Chimborazo und Carihuairazo breitet sich die Páramo-Stufe auf Hügeln, Tälern und Altmoränen.

CANELAZO
Zubereitungszeit: 30 Minuten Anzahl der Portionen: 6 Schwierigkeitsgrad: einfach Kategorie: "Heiß"getränk Herkunft: Ecuador Zutaten: ¼ l "Aguardiente” - Zuckerrohrlikör, auch als "Feuerwasser" bekannt ¾ l Wasser 125 g braunen Zucker 6 Zimtstangen 1 Teelöffel Zitronensaft Zubereitung: Bringen Sie das Wasser mit dem Zucker und den Zimtstangen in einer Kasserolle zum Kochen. Gießen Sie das Aguardiente dazu und halten Sie das ganze heiß, ohne es noch einmal aufkochen zu lassen. Ist es soweit, nehmen Sie die Kasserolle vom Herd und fügen den Zitronensaft dazu. Sehr heiß in kurzen breiten Gläsern servieren.

NATURSCHUTZGEBIET CHIMBORAZO
Der Chimborazo ist vom Naturschutzgebiet der „Reserva de Producción Faunística Chimborazo“ umgeben, das den Lebensraum der andinen Kamele sichert – Vikunjas, Lamas und Alpakas. Das Vikunja (Vicugna vicugna) gehört mit dem Guanako zu den beiden südamerikanischen Wildformen der Kamele und lebt in den Hochlagen der Anden. Es ist ein Verwandter des Lamas und des Alpakas. Vikunjas geben pro Jahr nur etwa 300 g feinster Wolle – die seltenste und teuerste der Welt. Die Inkas hielten Vikunjas eben wegen ihrer Wolle und es war jedem, außer Angehörigen des Herrscherhauses, untersagt, Vikunja-Kleidung zu tragen. Wie zu Inkazeiten steht das Vikunja auch heute unter gesetzlichem Schutz. 1960 gab es nur noch 6.000 wild lebende Exemplare – eine Folge unkontrollierter Wilderei seit der spanischen Eroberung Südamerikas. Schutzmaßnahmen wurden ergriffen und die Bestände erholten sich auf nunmehr 125.000 Tiere. Trotz der beruhigend anmutenden Zahl gilt die Art nach IUCN-Kriterien als gefährdet. Vikunjas wurden im Naturschutzgebiet Chimborazo wiedereingebürgert. Das Lama (Lama glama) ist ein großes Kameltier, das ursprünglich aus Nordamerika stammt und sich später nach Südamerika ausbreitete. Der Begriff Lama wird mitunter recht allgemein verwendet und umfasst dann die vier eng verwandten Arten des südamerikanischen Zweigs der Familie Camelidae: das echte Lama, das Vikunja, das Alpaka und das Guanako. Sie wurden als Transportmittel und Lastenträger genutzt. Lamas und Alpakas unterscheiden sich dadurch, dass Lamas größer als Alpakas sind und längere Köpfe besitzen. Alpakas besitzen dafür eine höherwertige Wolle als Lamas. Das Alpaka (Vicugna pacos) ist eine domestizierte Form südamerikanischer kamelartiger Huftiere, die vom wilden Vikunja abstammten. Alpakas werden in Herden gehalten, die ganzjährig auf den Hochebenen der Anden im südlichen Peru, im Norden Boliviens und Chiles sowie in Ecuador in Höhen von 3.500 bis 5.000 Metern weiden. Alpakas sind deutlich kleiner als Lamas und werden, anders als diese, nicht als Lasttiere genutzt sondern ausschließlich wegen ihrer Wolle gehalten, um daraus Decken, Pullover, Strümpfe und Mäntel zu fertigen. Ihre Fasern gibt es in immerhin 22 natürlichen Farben.

DER CHIMBORAZO
Der Chimborazo-Vulkan liegt in der westlichen Gebirgskette der Anden (Cordillera Occidental) im Herzen Ecuadors, rund 150 Kilometer entfernt von der Hautstadt Quito. Sein majestätischer Gipfel erhebt sich über einer rund 20 Kilometer breiten Basis mehr als 2.500 Meter über das ihn umgebende Hochland (rund 3.500 bis 4.000 m). Ewiges Eis und Schnee bedecken den Berg. Der Chimborazo ist ein Vulkan des Quartärs und ist in historischer Zeit noch nie ausgebrochen. Der Gipfel erreicht 6.310 Meter Höhe und gilt als der Punkt, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist, da er nur 1° südlich des Äquators liegt und unser Planet dort breiter als an den Polen ist. Im Staatswappen Ecuadors repräsentiert der Chimborazo die Schönheit und den Reichtum des ecuadorianischen Hochlands. Er ist der heilige Berg, der Beschützer der andinen Völker Ecuadors.

DIE TEUFELSNASE
1895 nahm der damalige Präsident Ecuadors, Eloy Álfaro, Kontakt mit den US-amerikanischen Ingenieuren Archer Harman und Edward Morely auf, Repräsentanten eines Unternehmens, das daran interessiert war, die "schwierigste Bahnstrecke der Welt" zu bauen wie es seinerzeit hieß. Die Gesellschaft nannte sich, wie damals üblich, nach der Strecke "Guayaquil & Quito Railway Company” und wollte den Haupthafen des Landes, Guayaquil am Pazifik, mit der im Andenhochland gelegenen Hauptstadt Quito verbinden. Man erreichte ein Abkommen, und der Bau begann 1899. Doch schließlich kam man mit dem Gleis an ein riesiges Hindernis, einer beinahe senkrecht abfallenden Felsmauer, genannt die "Teufelsnase". Viele Menschenleben waren zu beklagen, bis fertiggestellt war, was man bis heute ein Meisterwerk des Bahnbaus nennt: der zickzackartige, aus dem Berg herausgemeißelte Verlauf der Strecke. Diese ungewöhnliche Lösung macht es den Zügen durch Vor- und Zurücksetzen möglich, den Berg zu bewältigen. Im September 1902 erreichte die Strecke Alausí und Riobamba schließlich im Juli 1905.

HOSTERÍA RUMIPAMBA DE LAS ROSAS
Die Hostería Rumipamba de las Rosas liegt im Andenhochtal nahe dem Städtchen Salcedo. Der gemütliche Gasthof mit seinen vielen kunsthandwerklichen Gegenständen und Antiquitäten strahlt eine nostalgische Atmosphäre aus. Hier gibt es heimische und internationale Küche. Rumipamba de las Rosas verfügt über 16 Suiten und 15 luxuriöse Zimmer. Jedes ist anders eingerichtet und mit offenem Kamin sowie Farbfernseher ausgestattet. Alle Zimmer verfügen zudem über eigene Badezimmer und Heizung. Der Zimmerservice steht rund um die Uhr zur Verfügung. Swimmingpool. Weitere Sportangebote: Fußball, Tennisplatz, Basketball, Volleyball, Hallenfußball, Tischtennis, Fahrräder, Ausritte, Kutschfahrten, großer Gartenspielplatz, Kinder-Eisenbahn, Garten-Schach, angelegter See, Bootsfahrten, Kunsthandwerk. In der Nähe: Fischen, Jagen, Wandern. Telefon: (593-3) 272-6128 Fax: (593-3) 272-7103

TAGUA ODER "PFLANZLICHES ELFENBEIN"
Tagua nennt man die Nuss einer Palmenart mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Phytelephas accuatorialis, die 5 bis 6 Meter hoch wächst und in den tropischen Regenwäldern der Küste und Amazoniens vorkommt. Die Nüsse werden fußballgroß und sind von Festigkeit und Farbe Elfenbein verblüffend ähnlich. Bevor es Plastik und andere Kunststoffe gab, stellte man aus ihnen alles mögliche her. Nach und nach geriet die Taguanuss in Vergessenheit, bis sie für handgefertigte Knöpfe, Schmuck, Spielzeug und andere Souvenirs wiederentdeckt wurde. Damit leistete man nicht nur ein Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für die Erhaltung dieser einheimischen Palmenart aus den gefährdeten Tropenwäldern. Nach der Handlese im Regenwald wird die Nuss ungefähr anderthalb Monate getrocknet. Dann entfernt man Stück für Stück die Hülle, hervor kommt die weiße Frucht. Diese wird u.a. mit feinen Sägen und Bohrern, nicht unähnlich denen beim Zahnarzt, bearbeitet. Zum Schluss wird das gute Stück poliert, um seinen natürlichen Glanz herauszuarbeiten. Die bedeutendsten Tagua-Werkstätten findet man in den Städten Manta und Riobamba.

LEBENSRAUM PUNA
Auf der Westseite des Chimborazos findet sich die Puna, auch trockener Páramo genannt. Hier leben widerstandsfähige Pflanzen, deren Sprosse und Blätter sich der harten Umwelt mit ihren geringen Niederschlägen, heftigen Winden sowie großer Hitze tagsüber und bitterer Kälte des nachts angepasst haben.

DER YUNGAS-PFAD
Schon lange vor den Inkas unterhielten südamerikanische Andenkulturen hervorragende Wegesysteme zwischen dem Hochland und der Küstenregion. Am Chimborazo lag der „Yunga Ñan“ genannte Bergpass, über den Kokablätter, Chilischoten, getrockneter Fisch und die sagenhafte Spondylusmuschel von der Küste her ihren Weg nahmen, während Mais, Kartoffeln, getrocknetes Lamafleisch und Obsidianwerkzeuge aus dem Hochland die umgekehrte Richtung einschlugen. Während der Kolonialzeit wurde der Yungas-Pfad zur „Königsstraße“, also zur offiziellen Verbindung für Reisende und Nachrichten zwischen Quito und Guayaquil. Die Bezeichnung hielt sich bis ins republikanische Zeitalter, und viele bedeutende Persönlichkeiten und Gelehrte des 19. Jahrhunderts nahmen diesen Weg nach Quito. Selbst Möbel, Spiegel, Flügel und die ersten Dynamos zur Stromerzeugung wurden – von Indios getragen – den weiten Weg von der Küste hierher heraufgeschafft. Bis zum Juni 1908 nutzte man diese Verbindung, dann erst war die Eisenbahnstrecke zwischen Guayaquil und Quito fertiggestellt.

ESTRELLA DEL CHIMBORAZO (CHIMBORAZO-STERN)
Die Berghütte „Estrella del Chimborazo“ liegt im Totorillas-Tal auf einer Höhe von 4.000 Metern an den Südhängen des Chimborazos. Das Haus ist nach einer nur hier vorkommenden Kolibri-Art benannt und besteht aus dem Hauptgebäude mit dem Aufenthalts- und Lesezimmer am großen Kamin sowie dem Speisesaal und der Küche. Zusätzlich gibt es zwei Hütten mit jeweils vier Doppelzimmern, die sich zwei Bäder teilen. Die Zimmer sind mit Heizgeräten ausgestattet, warmes Wasser ist reichlich vorhanden. Hier findet man zeitgemäße und komfortable Unterkunft. Die Berghütte liegt am einstigen Totorillas Tambo, einem Rastplatz entlang des Inka-Wegenetzes. Überwiegend kommen Bergsteiger hierher, um sich an die Höhe zu akklimatisieren, bevor sie den Chimborazo besteigen. Kein Wunder, daß sich im Inneren dieser behaglichen Zuflucht zahlreiche Fotografien und Zeichnungen mit Chimborazo-Motiven finden.

CUENCA LOJA
Loja wurde 1548 im Tal von Catamayo vom spanischen Hauptmann Alonso de Mercadillo gegründet und zählt damit zu den ältesten Städte Ecuadors. Nach einem verheerenden Erdbeben baute man die Stadt an ihrem heutigen Standort im Tal von Cuxibamba wieder auf. Die von Bergen umgeben Stadt hat ca. 130.000 Einwohner, zwei Universitäten, eine juristische Hochschule und eine Musikfakultät. 1897 läutete Loja, als erste Stadt Ecuadors, das Zeitalter der Elektrizität im Lande ein. Eine behutsame Industrialisierung und Modernisierung bewahrten den alten Charme der Stadt. Loja gilt als gelungenes Beispiel intelligenter wirtschaftlicher Entwicklung. Ihre Einwohner hatten wirtschaftlichen Erfolg, ohne dabei ihr kulturelles Erbe und ihre natürlichen Ressourcen zu zerstören. Ein Beispiel hierfür sind die Neubauten, die sich harmonisch ins alte Stadtbild fügen. Lojas Bemühungen, überlieferte Architektur und koloniale Wurzeln zu bewahren, verkörpern einen wirklich fortschrittlichen Entwicklungsansatz. Loja liegt auf einer Höhe von 2.100 Metern und erfreut sich ganzjährig eines milden, frühlingshaften Klimas; dennoch ist das Wetter von Oktober bis Januar am schönsten. Die Temperaturen schwanken zwischen 16° und 21° bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 17°. Von Februar bis Mai ist es feuchter als im sonstigen Jahresverlauf, doch für viele sind die beinahe garantierten Regenbögen am Nachmittag ein schöner Ausgleich. Es empfiehlt sich, mehrere Kleidungsstücke locker übereinander zu tragen, und sich so den stark wechselnden Temperaturen anzupassen, denn in der Äquatorsonne ist es tagsüber heiß, und die Nächte in den Bergen sind immer kühl.

DIE KOLONIALE ALTSTADT VON CUENCA
Das historische Zentrum liegt auf einer Schwemmlandterrasse. Hier lag zuerst die Hauptstadt der Cañari, die sie Guapondelig "Ebene weit wie der Himmel") nannten. Die Inka eroberten Sie und machten aus ihr den nördlichen Stützpfeiler des Reiches, ihr Name: Tomebamba ("Ebene der Messer”). Die spanische Kolonialstadt mit ihren 1.400 historischen Gebäuden, Kirchen nicht mitgezählt, wurde 1999 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Um den typischen zentralen Platz ziehen sich ganze Häuserzeilen wuchtiger Anwesen aus der Kolonialzeit und Bürgerhäuser im Jugendstil. Dazu Arkaden, Patios und Gärten, kopfsteingepflasterte Straßen und Gaslaternen: Cuenca hat sich mit seiner Altstadt und ihrem Gepränge die Stimmung einer spanischen Kolonialstadt nahezu unverändert bewahren können.

KLOSTER UND KIRCHE EL CARMEN DE LA ASUNCÍON, CUENCA
Dieses historisch bedeutende Bauensemble hat seine ursprüngliche Gestalt unverändert bewahren können und gehört dem Orden der Karmeliterinnen, die 1682 nach Cuenca kamen. Eine schöne barocke Fassade mit aus Marmor gehauenen Schmuckelementen ziert die Kirche. In ihrem Innern finden sich sehenswerte Arbeiten aus der Kolonialzeit wie der vergoldete Altaraufsatz und die vergoldete Kanzel. Im Kloster bewahren die Karmeliterinnen Kunst- und Kulturschätze auf, darunter Skulpturen, Dokumente, Bücher, Wandgemälde und mehr. Das hervorragend erhaltene Wandgemälde im Refektorium zählt mit seiner Darstellung von Alltagsszenen und religiösen Motiven zu den schönsten Beispielen des reichen Kulturerbes von Cuenca.

CONCEPTAS-KLOSTER, CUENCA
Das Kloster Monasterio de las Conceptas war das erste Nonnenkloster in Cuenca und entstand 1599. Weitab vom irdischen Treiben der Welt widmeten die Nonnen ihr ganzes Leben der Verherrlichung Gottes in Gebet, Schweigen und Fasten, durch Heiligung der Sakramente und Einhaltung des Armuts- und Keuschheitsgelübdes. Der Konvent gliedert sich um mehrere Innenhöfe und weite Arkadengänge. Seine weißgetünchten Mauern bewahren die schlichte Atmosphäre, die Klostergebäuden aus Lehmziegeln und Stroh so eigen ist. Auch im Inneren spürt man den klösterlichen Geist von Frieden und Abgeschiedenheit. Im Kapitelsaal, dem „de profundis“ und im Refektorium finden sich viele bedeutende Wandmalereien und Kunstwerke. 1986 wurde die Hälfte des Klostergebäudes von den Nonnen verkauft, um darin ein Museum für religiöse Kunst einzurichten.

VOLKSKUNSTMUSEUM BEI DER CIDAP, CUENCA
Dieses Museum ist der Darstellung südamerikanischen Kunsthandwerks gewidmet. Mit der ständigen Ausstellung von Kunsthandwerk und lateinamerikanischer Volkskunst soll ein Bewusstsein für den wahren Wert dieser Kunst vermittelt werden. Die Hilfsorganisation CIDAP hilft den Künstlern bei der Vermarktung ihrer Arbeiten. Das eingenommene Geld fließt direkt den Künstlern zu. Die Produktpalette gliedert sich in zwei Bereiche: echtes Kunsthandwerk der verschiedenen Völker und Kulturen Ecuadors und Lateinamerikas sowie zeitgenössische Kunsterzeugnisse hoher Qualität nach Originalvorlagen. Die Künstler müssen an fortlaufenden Kursen teilnehmen, die für sie kostenfrei sind.

MUSEUM DER CONCEPTAS, CUENCA (RELIGIÖSE KUNST) Von der Bedeutung der katholischen Kirche in der Stadt kann man sich im Museo del Monasterio de las Conceptas ein Bild machen. Der Bau war das erste Nonnenkloster in Cuenca und entstand 1599. Weitab vom irdischen Treiben der Welt widmeten die Nonnen ihr ganzes Leben der Verherrlichung Gottes in Gebet, Schweigen und Fasten, durch Heiligung der Sakramente und Einhaltung des Armuts- und Keuschheitsgelübdes. 1986 wurde die Hälfte des Klostergebäudes von den Nonnen verkauft, um darin ein Museum für religiöse Kunst einzurichten. Das Konventsgebäude nahm bis vor gar nicht langer Zeit einen ganzen Block ein und gliedert sich um mehrere Innenhöfe mit weiten Arkadengängen. Im Kapitelsaal, dem „de profundis“ und im Refektorium finden sich viele bedeutende Wandmalereien und Kunstwerke. Im Klostermuseum sind die bedeutendsten Kunstwerke der Klosterkirche La Concepcíon ausgestellt, darunter allein 64 Gemälde, mehr als 200 Plastiken, Möbel und mehr.

PLAZA & KIRCHE VON SAN SEBASTIAN, CUENCA
Im 17.Jh. wurde die Plaza von San Sebastian als Marktplatz angelegt. Sie befindet sich im Westen der Altstadt, an ihrer einen Seite erhebt sich die gleichnamige Kirche mit einem wunderbar geschnitzten Portal. PODOCARPUS-NATIONALPARK Der Podocarpus-Nationalpark liegt im südlichsten Andenabschnitt Ecuadors zwischen den Städten Loja und Zamora und erstreckt sich beiderseits der Nudo-de-Sabanilla-Bergkette. Im 1.462 km² großen Nationalpark wird ein außergewöhnlicher Querschnitt verschiedener Habitate bewahrt, der sich vom Vorgebirge (900 – 1.000 m) mit seinen tropischen Regenwäldern bis hoch zum nassen Páramo und der Baumgrenze (3.700 m) erstreckt. Benannt ist der Park nach der einzigen Koniferenart, die in Ecuador beheimatet ist und nur hier noch in größeren Beständen vorkommt. Die unterschiedlichen Lebensräume innerhalb des Nationalparks sind Heimat einer ungemein artenreichen Vogelwelt. Mehr als 500 Vogelarten konnten schon nachgewiesen werden. Da bislang aber nur die Regionen um Cajanuma und Las Palmas wissenschaftlich erfasst wurden, dürfte die Liste auf 600 bis 800 Arten anwachsen und den Podocarpus-Nationalpark zu einem der artenreichsten Nationalparks der Welt machen. Im Schutze des Parks gibt es überlebensfähige Bestände bedrohter Arten wie Pinselsittich, Weißbrust-Rotschwanzsittich, Salvins Zwergamazone, Bartguan, Rotsteißkotinga, Goldbandtangare und Carmiol-Tangare. Ebenso finden hier in ihrem Lebensraum bedrohte oder gefährdete Populationen großer Säugetiere eine Zuflucht, wie Bergtapir, Riesengürteltier, Nördlicher Pudu, Ozelot, Brillenbär und Jaguar. Der Podocarpus-Nationalpark ist von außerordentlichem botanischem Wert. Mit geschätzten 3.000 bis 4.000 Pflanzenarten gehört er zu den baumartenreichsten Nebelwäldern Ecuadors. In den Nebelwaldgebieten leben zahlreiche verschiedene Epiphyten (Aufsitzerpflanzen), hauptsächlich Bromelien, Orchideen, Moose und Farne.

DER VERSTEINERTE WALD VON PUYANGO
Der Versteinerte Wald liegt in einem Gebiet, das sich zwischen 360 und 500 Metern über dem Meeresspiegel befindet und Durchschnittstemperaturen von 22,5° C aufweist. Zum Besuch empfiehlt sich die Trockenzeit von Mai bis Dezember. Während der Regenzeit gehen in der Region mehr als 900 mm Regen nieder; das Landschaftsbild ändert sich merklich und macht einen Besuch auch zu dieser Zeit lohnend. In Puyango blieb einer der letzten Bestände tropischen Trockenwaldes im Südosten Ecuadors erhalten. An steilen Hängen und in tiefen Schluchten konnte die natürliche Vegetation dieses Lebensraums überleben und sich an anderen Standorten als Sekundärwald wieder regenerieren. Wo heute Puyango liegt, erstreckte sich einst ein Meer; die ältesten Fossilien weisen darauf hin. Das Meer zog sich zurück, Wälder und Tiere besiedelten das Land; ihre Reste wurden im Laufe großer Umwälzungen unter immer neuen Schichten begraben. Schließlich hob die Plattentektonik diesen Teil der Erdkruste wieder über das Meer und erschloss damit einen unschätzbaren Einblick in die ferne Vergangenheit unseres Planeten. Immerhin sind die jüngsten Fossilien 60 Millionen Jahre alt, die ältesten 500 Millionen. Berühmt ist der Park jedoch für seinen Versteinerten Wald mit gewaltigen Stämmen mineralisierter Bäume, die größtenteils zur Gattung Araucarioxylon gehören und in den Schluchten von Sabalos und Chirimoyos zu finden sind. Ihr Alter wird auf 100 Millionen Jahre geschätzt. Der größte Stammabschnitt hat einen Durchmesser von gut 2 Metern und eine Länge von 15 Metern! Ebenso findet man Blatt-Fossilien, die mit primitiven Pflanzen wie unseren heutigen Farnen und Palmen übereinstimmen. Nach Shoemaker, einem berühmten Paläobotaniker, der die Region zwischen 1975 und 1976 erforschte, gehört Puyango zu den weltweit größten Fundorten versteinerten Holzes. QUINOA Das südamerikanische "Pseudo-Getreide" Quinoa (sprich "kienwa") erfreut sich in deutschen Bioläden schon längere Zeit großer Beliebtheit. Zu recht, denn sein Nährstoffprofil weist es als hochwertiges Lebensmittel aus. Quinoa (Chenopodium quinoa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie diente den Ureinwohnern der südamerikanischen Anden schon seit 6.000 Jahren als wichtige Nahrungsgrundlage. Wegen der ähnlichen Verwendung wird Quinoa häufig den Getreiden zugerechnet, die Pflanze zählt aber nicht zur Familie der Gräser, sondern zu den Gänsefußgewächsen. Botanisch gesehen ist Quinoa mehr mit Spinat, Mangold und Roter Bete verwandt. Verwendung finden die Samen der Quinoapflanze, aber auch die Blätter kann man als Gemüse zubereiten - was die Andenbewohner noch häufig tun. Das auch als Reismelde oder Heidenkorn bezeichnete Gewächs ist anspruchslos und äußerst robust. Es gedeiht von Kolumbien bis Chile in subtropischen Höhenlagen bis über 4000 Meter, wo Gerste und Mais längst passen müssen. Extreme Witterungsbedingungen wie intensive Sonneneinstrahlung und leichten Nachtfrost verkraftet Quinoa problemlos. Auch schlechte Böden, Nässe, Wind und Trockenheit können der Pflanze wenig anhaben. Zentren des heutigen Anbaus sind Ecuador, Peru und besonders Bolivien. Quinoa wird oft als "heiliges Korn der Inka" gepriesen. Gewiss mehr ein cleverer Werbekniff, denn die Inka herrschten von 1100 bis 1533 und haben Quinoa also nicht entdeckt. Sie schrieben dem Korn jedoch magische Kräfte zu und benutzten es für kultische Handlungen. Ob die spanischen Eroberer aus diesem Grunde den Quinoa-Anbau verboten, sei dahingestellt. Zweifellos haben sie den Niedergang der einheimischen Volksnahrung jedoch beschleunigt und den Siegeszug der europäischen Getreidearten Weizen, Gerste und Hafer in der Neuen Welt eingeläutet.

NEUE KATHEDRALE, CUENCA
Der wichtigste Sakralbau Cuencas liegt an der Plaza Calderón, an der sich gleich zwei Kathedralen gegenüberstehen (die andere ist "El Sagrario") und ist das Wahrzeichen der Stadt. Ihr Bau begann 1885 nach Plänen des schwäbischen Architekten Padre Johann Baptist Stiehle und wurde erst 1974 vollendet. Die Kathedrale ist innen vollständig mit Marmor ausgestattet und weist beeindruckende Bleiglasfenster auf. Baustilistisch vereinigen sich Romanik, Gotik, Barock und Renaissance in diesem neuzeitlichen Bau der Neuen Welt. Außen fallen die sechs gewaltigen, mit blauen Ziegeln gedeckten Kuppeln und die zwei Türme der Hauptfassade ins Auge.

DIE INKAS
Das Reich der Inkas mit seiner Hauptstadt Cuzco, dehnte sich im 14. und 15.Jh. immer weiter aus und bildete schließlich das Großreich Tahuantinsuyo, das von Nordchile bis ins nördliche Peru reichte. 1463 begann der Inka-Herrscher Tupac Yupanqui seinen Feldzug nach Norden, um Ecuador zu erobern. Doch die Inka-Armeen stießen auf den erbitterten Widerstand der Cañaris und anderer Stämme. Erst um 1500 hatte Huayca Capac, Sohn und Nachfolger von Tupac Yupanqui, das heutige Cuenca eingenommen. Die Herrschaft sollte nicht lange währen, denn um 1530 begannen die Spanier ihre Conquista. Erhalten blieb die Sprache der Inka, die bis heute von der Mehrheit der indianischen Bevölkerung Ecuadors gesprochen wird: das Quechua. Und ein enorm ausgedehntes Wegenetz, das Quito mit Cuzco über das Hochland verband und – entlang der Küste – Santiago de Chile mit Guayaquil. Der Camino del Inca (Inkaweg) war 8 Meter breit und mit Steinen gepflastert – auf ihm überbrachten Stafettenläufer, sogenannte Chasqui, Nachrichten und sogar frischen Fisch von der Küste zu den Inkas.

MUSEUM FÜR MODERNE KUNST, CUENCA
Auf der Südseite der Plaza San Sebastian liegt Cuencas Museum für moderne Kunst, untergebracht in einem Gebäude aus dem 17.Jh., einst bekannt als "Haus der Enthaltsamkeit", da es ab 1876 als Entziehungsanstalt diente. !981 wurde es in ein Museum umgewandelt, dessen mächtige Mauern und lange weiße Wandelgänge um Blumenhöfe ein wunderbares Ambiente für die farbenfrohen modernen Gemälde und Plastiken schaffen.

ETHNOGRAPHISCHES MUSEUM DER BANCO CENTRAL, CUENCA
Ein Rundgang lohnt sich, denn die Ausstellung ist hervorragend aufbereitet und führt anschaulich durch die Jahrtausende ecuadorianischer Kulturen. Nachgebaut ist ein Wohnhaus der Shuar, das einen Kosmos voller Symbole verdeutlicht. Die Gründungspfeiler des Hauses stellen die Verbindung der Unterwelt zu den Lebenden dar, der elliptische Grundriss des Hauses den Sonnenlauf. Innen gibt es keine Trennwände, doch war die Geschlechtertrennung rigoros: die Frauen auf der einen Seite, ekent genannt, und die Männer auf der tankamash genannten anderen Seite.

DER PANAMA-HUT
Es gibt immer wieder verblüffte Gesichter, wenn die wahre Heimat des sombrero de paja toquilla, genannt Panama-Hut, bekannt wird: Ecuador! Er wird aus der Faser der Palmenart Carludovica palmata hergestellt. Dazu werden die Palmen im Alter von drei Jahren geschnitten und anschließend gestampft, um so die feinen Fasern von etwa einem Meter Länge zu gewinnen. Dann werden die Fasern gekocht und getrocknet, um sie weich und biegsam zu machen. Die berühmte Hutqualität superfinos wird in der Stadt Montecristi produziert und ist so fein gewoben, dass man mit so einem Hut einerseits Wasser schöpfen, ihn andererseits aber auch wie ein Kleidungsstück zusammen rollen kann! Weil Sonenlicht und Hitze die Fasern spröde werden lassen, flicht man die Hüte bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden oder an bewölkten Tagen, noch lieber aber an mondhellen Abenden. Tausende dieser Hüte aus Ecuador wurden über Panama in alle Welt verschifft, was ihnen schließlich den Namen eintrug. Richtig berühmt wurden sie als Hut von Theodore Roosevelt. Mehr über die Geschichte des Panama-Huts erfährt man im unterhaltsamen Buch „The Panama Hat Trail“ von Tom Miller (nur im englischsprachigen Original erhältlich).

DER TALEINSCHNITT DES RÍO TOMEBAMBA (EL BARRANCO)
Entlang des tief eingeschnittenen Río Tomebamba liegt eines der schönsten Viertel von Cuenca. Der Fluss bildet hier die natürliche Grenze zur Altstadt. Das Rauschen der Stromschnellen dringt an das Ohr, und der Besucher bestaunt das Nebeneinander von besserem Wohnviertel oben und Waschfrauen unten, die leuchtend bunte Kleidungsstücke an den Ufern zum Trocknen ausgebreitet haben.

VILCABAMBA
Vilcabamba bedeutet in der Inkasprache Quechua „Heiliges Tal“. Die Bezeichnung setzt sich aus den zwei Wörtern Huilco (für „heilig“ oder „Gott“) und Bamba (für „Tal“) zusammen. Luis Fernando de la Vega gründete das gleichnamige Städtchen am 1. September 1756. Vilcabamba liegt in Ecuadors südöstlicher Provinz Loja, 42 Kilometer südlich der Stadt Loja. Das Tal von Vilcabamba liegt auf einer Höhe von 1.500 bis 1.600 Metern an der äquatorialen Wasserscheide. Ganzjährig herrschen hier angenehme Frühlingstemperaturen von 18° bis 28°. Es gibt zwei ausgeprägte Jahreszeiten, die Regenzeit von Oktober bis Mai und die Trockenzeit von Juni bis September. Starke Winde führen insbesondere im Juli und August zu ziemlicher Trockenheit. Zwei Flüsse, der Chambo und der Yambala, durchqueren das Tal und vereinigen sich zum Vilcabamba. In der Trockenzeit sorgt ihr Wasser dafür, dass Teile des Tals stets grün bleiben. Der Taleinschnitt von Vilcabamba erstreckt sich bis hinauf in den Podocarpus-Nationalpark, das Seenland und die Gipfel der Anden. Das tiefer gelegene Vilcabamba ist ein Flickenteppich aus Mais- und Zuckerrohrfeldern, Obstgärten und Viehweiden. Weiter talaufwärts weicht niederer Buschwald dem Vorgebirgswald, um schließlich im Podocarpus-Nationalpark vom Berg- über den Nebelwald zum Hochland-Páramo überzugehen. Überall im Tal prägt die markante Silhouette des 2.000 Meter hohen, legendenumwobenen Mandango das Panorama, dessen ungewöhnliche Umrisse von einem bestimmten Standpunkt aus an ein himmelwärts schauendes Gesicht erinnern, von einem anderen aus an das einer schlafenden Frau oder eines schlafenden Mannes. Daher wird der Mandango auch „Schlafender Gott“ genannt.

OTAVALO DIE SALASACA UREINWOHNERN
Sie repräsentieren die wichtigste ethnische Gruppe in der Provinz Tungurahua. Man sagt, sie seien von den Inkas aus Bolivien nach Ecuador gebracht worden, um den Zugang zum Regenwald zu bewachen. Sie sind hervorragende Weber und haben sich ihre Bräuche, Trachten, Traditionen und überlieferten Sozialstrukturen bewahrt.

DIE REINE NATUR NEBELWALD
Eingehüllt in geheimnisvollen Dunst geben Nebelwälder ein verwunschenes Bild ab mit Bäumen, die über und über von Moosen und Tillandsien bedeckt sind und eiskalten Bächen, die talwärts stürzen. Sie wachsen in der Übergangszone von Hochanden und Tieflandregenwald. Ihre biologische Vielfalt ist enorm. Die Niederschläge (1.000-1.500 mm) gehen in Form von Wolken und Nebel, aber auch Regen nieder und viele Pflanzen decken allein damit ihren Wasserbedarf. Sie gehören oft zu den baumaufsitzenden Pflanzen (Epiphyten), bekannte Vertreter sind zum Beispiel die Orchideen. Ebenso wachsen hier Baumfarne mit schlanken Stämmen und gigantischen Wedeln. Nebelwälder gedeihen in der durch Wolkenbildung ständig feuchten Zone zwischen 700 bis 1.000 Metern.

DIE THERMALPOOLS VON PAPALLACTA
In den Thermalresorts kann man sich im glasklaren Wasser erholen – wahlweise bei zehn verschiedenen Temperaturstufen. Genießen Sie das warme Wasser und seine lindernde Kraft bei rheumatischen Beschwerden, Herz-Kreislauf-, Verdauungs- und Atemproblemen. Das basische Thermalwasser entspringt verschiedenen Quellen mit Temperaturen zwischen 30° C bis 70° C, in den Thermalbecken ist es noch 36° C bis 42° C warm.

BERGWALD DER GEMÄSSIGTEN ZONE
Das Kronendach erreicht nur Höhen von 10 – 15 Metern; Standort zwischen 2.300 – 3.300 Meter Höhe; kühler als subtropischer Bergwald; Niederschlagsmenge 2.000 – 2.500 mm; bedeutender Lebensraum für Vögel; Polylepis-Bäume – kleinwüchsige, knorrige Bäume aus der Familie der Rosengewächse mit schuppiger Borke – kommen hier vor.

DER INSEL-NATURLEHRPFAD
Diese kurze Wanderung ist größtenteils leicht zu bewältigen. Eine komplette Runde dauert ca. eine Stunde und bietet genügend Zeit zur Vogelbeobachtung und einer Rast bei den „paraderos“, um die bezaubernde Landschaft und den dahinströmenden Fluss zu genießen. Der Pfad folgt dem Fluss und quert ihn mehrmals über kleine Brücken. Dabei lassen sich Kolibris und Tangaren entdecken. Moose, Farne, Orchideen und Pflanzen des Páramo wachsen in üppiger Fülle, und gelegentlich zeigen sich auch Säugetiere wie Lamas, Kaninchen und Rotwild oder die Fußspuren eines scheuen Stachelschweins.

QUITO UND UMGEBUNG ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM, QUITO
Im verspiegelten Gebäude der Casa de la Cultura findet sich die erstklassig aufbereitete Sammlung des Museo Nacional de Banco Central. Auf rund 800 Quadratmetern werden hier mehr als 1.800 Exponate gezeigt, jeder Saal streng der jeweiligen Epoche in Ecuadors Geschicht zugeordnet. So decken die ausgestellten Stücke den Zeitraum von 4000 v. Chr. bis 1534 ab (bis zur Ankunft der spanischen Eroberer). Hier wird Ecuadors Vergangenheit gegenwärtig: Die Fundstücke belegen die Kunstfertigkeit unbekannter Hände und weisen bis weit zu den Ursprüngen ecuadorianischer Kultur zurück. Um einen vollständigen Überblick zu bekommen, können die Besucher die chronologisch angelegte Saalfolge nutzen, ergänzt durch anschauliche Dioramen und gekrönt vom Sala de Oro (Goldsaal): Die Saalfolge: Paläo-Indianisch 6.000-4.000 v. Chr., Jäger und Sammler Formbildung 4.000-600 v. Chr., Aufkommen von Landwirtschaft, ständigen Siedlungen und Hausbau, Bestattungsfeldern und ausgeprägten Bestattungskulten sowie Gebrauch von Steinwerkzeugen Regionale Entwicklungen 300 v. Chr. - 600 n. Chr., in dieser Epoche festigten sich die ersten Gesellschaften; es gab weiten Austausch innerhalb des heutigen Ecuador und bis hin nach Mittelamerika: Schamanen bildeten eine eigene Schicht für die religiösen Zeremonien Zusammenschluss 600-1534 n. Chr., gekennzeichnet durch die Ballung der Macht in der Hand einer Person, dem curaca, und strenge soziale Schichtung; Landwirtschaft blüht auf mit dem Aufkommen der Terrassenfelder Dioramen: Anschauliche Szenen zeigen detailliert die Architektur von Kultstätten und der dort praktizierten Zeremonien folgender Epochen: Real Alto, Las Vegas, La Tolita, Valdivia, Cochasquí und Cotocollao. Die Darstellungen in den Dioramen beruhen auf jahrelangen Forschungsarbeiten der Archäologen an den Originalfundorten. Sala de Oro (Goldsaal): Hier findet sich eine der umfassendsten Sammlungen kostbarster und großartigster Goldarbeiten: Gold war in Ecuador und der ganzen vor-kolumbischen Andenwelt das Metall der Mächtigen, ein Symbol der Sonne. In der Ausstellung glänzen die zum Teil äußerst filigranen Goldarbeiten, Schmuckstücke für hohe Ordensträger und Grabbeigaben mit Fetischcharakter.

JESUITENKIRCHE LA COMPAÑIA, QUITO
Kaum, dass sie ihre Kirche 1766 fertig gestellt hatten, wies König Karl III die Jesuiten aus allen seinen amerikanischen Kolonien aus. Der prachtvolle Bau blieb geschlossen und verfiel bis 1862 Jesuiten wieder nach Ecuador durften. La Compañía ist eine barocke Kopie der Jesuitenkirche Sankt Ignatius in Rom. Sie ist ein herrliches Beispiel für die Kunstfertigkeit der einheimischen Handwerker, die man in der reichen, blattgoldüberzogenen Ausgestaltung der Altäre bewundern kann. Die Skulpturen der Dreifaltigkeit im Hauptaltar und die der beiden Heiligen Ignatius und Franziskus stammen von Legarda. Dieses Gotteshaus gilt als eines der kostbarsten und großartigsten ganz Südamerikas. La Compañía ist erst vor kurzem wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, nachdem die Schäden eines Feuers beseitigt waren, das 1996 während Reparaturarbeiten ausgebrochen war.

KIRCHE UND KLOSTER SAN FRANCISCO, QUITO
Zur imposanten Kirche und dem dazugehörigen Kloster gelangt man vom gleichnamigen Platz über eine sehr schöne und geschwungene Treppe und den anschließenden Hof. Sie gehört zu den ältesten Kirchen der Stadt und wurde von Franziskanern errichtet, die auch Quitos erste Schulen gründeten. Das Innere erstrahlt in goldenem Barock mit, Chor und Vierung schmücken reich verzierte Decken im Mudéjar-Stil. Im Zentrum des Hauptaltars steht die berühmte, von Legarda geschnitzte "Nuestra Señora de Quito".

JACCHIGUA
Das ecuadorianische Volkstanzensemble Jacchigua lädt ein, Ecuadors Kultur - seine Musik, Bräuche und Tänze - in einer aufregenden Produktion unter der Regie von Rafael Camino kennen zu lernen. Jacchigua ist ein Begriff aus der Quechua-Sprache und bedeutet beschreibt die "unendliche Freude der Ernte”. In diesem Sinne versteht sich das Volkstanzensemble Jacchigua als Ernteeinbringer einer reichen und lebendigen Volkskultur, die sie aller Welt zeigen wollen. Neunzig Tänzer, Musiker, Techniker und Brauchtumsforscher bringen ihr ganzes Wissen und Können auf die Bühne und erzählen uns mit ihrer Choreographie eine fantastische Geschichte über Ecuador. Alle Kostüme, die während der Aufführung zu sehen sein werden, wurden von Meistern ihres Faches nach überlieferten Vorlagen angefertigt. Wir möchten Ihnen jetzt gerne einige der Tänze näher vorstellen:

TRADITIONEN DER SARAGURO
Ursprünglich lebten die Saraguros im heutigen Bolivien und in Peru. Erst die Inka siedelten sie im Süden Ecuadors an. Im Tanz wird gezeigt, wie Kulturen miteinander verschmelzen, dargestellt in folgenden Szenen: Opfergaben: Frauen schmücken sich und bringen am Morgen ein Blumenopfer in der Kirche dar, um so nach ihrem Tode in den Himmel kommen. Guiquis oder Affen: Sie sind beliebte Akteure jeder ländlichen Fiesta und bringen allen viel Spaß mit ihrem Schabernack und ihrer Anmut. Die Gañil-Tänzer: Sie symbolisieren die Naturgewalten und die Tapferkeit der Tiere, dargestellt von Menschen. Der Hut-Tanz: Der Sombrero ist ein Vermächtnis der Ahnen als Zeugnis für zukünftige Generationen. Er steht stellvertretend für die kulturellen und ethnischen Werte der Kleidung.

DIE HIRSCHJAGD
Der Hirsch ist der Herr im Heideland der Anden, kämpft um seine Weibchen, gleichgültig gegenüber lauernden Jägern, die auf sein Fell und Fleisch aus sind. Diese Choreographie stellt die Hirschjagd des Volks vom Chimborazo dar und die Feier nach der erfolgreichen Jagd.

GEDICHT AN DAS LEBEN
Still und klar ist das Wasser, Schilf rahmt seine Ufer, im Hintergrund erhebt sich der heilige Berg Taita Imbabura - beseelt taucht die Indiofrau in den San-Pablo-See und hofft, daß sich ihre Wünsche für die Zukunft erfüllen mögen. Dies ist ein Ritual der Liebe und Weiblichkeit. J

OHANNESFEST IN COTOPAXI ODER CAÑAR
Der indianische Vorfahr tanzt zu Ehren des Sonnengottes und Paccha Mama (Mutter Erde). Zwölf Paare tanzen dazu einen 500 Jahre alten spanischen Tanz um einen Pfahl, weben bunte Bänder um ihn herum, die die Sommersonnenwende symbolisieren, und versuchen, den Kosmos zu entschlüsseln.

FEIER DES ABENDMAHLS
Die amerikanischen Ureinwohner aus Maca Grande in der Provinz Cotopaxi tanzten 21 Tage und 21 Nächte zu Ehren der Sonne und Paccha Mama, um ihnen für die Maisernte zu danken. Hier kommt der eindrücklichste Tanz: er zeigt, wie sich die Mestizenkultur (Verschmelzung spanischer und indianischer Traditionen) formte und religiöse Überzeugungen vereinte.

DER HAHN KRÄHT
Im Morgengrauen waschen die Frauen von Otavalo aus der Provinz Imbabura ihre Wäsche am San-Pablo-See. Als der Hahn kräht, stehen die Männer auf, und ein Liebestanz beginnt.

HUASIPUNGO
Huasipungo meint "ein Stück Land, das der Grundbesitzer einem indianischen Arbeiter als Entlohnung für geleistete Arbeit gab” (...). In dieser Szene wird der Alltag in den Anden-Gemeinden dargestellt, die, unterdrückt vom Herren, aufstehen für Achtung und Gleichheit.

HAYA HUMA UND DIE FEIER VON PETER UND PAUL
In den ecuadorianischen Anden ist der Haya Huma der Teufel, jedoch nicht als Repräsentant des Bösen, wie ihn die Eroberer verstanden. Er gilt vielmehr als ein Symbol der Weisheit der Vorfahren, der Erfahrung und des Empfindungsvermögens der indianischen Völker. Bei den Feiern zur Sommersonnenwende symbolisiert der Beginn der Erntezeit die Kraft und das Aufbegehren der Ahnen. Angeführt vom Haya Humas, ziehen die Aruchichos hinunter in die Stadt und übernehmen die Plaza als ein Symboltausendfachen Kampfs, begleitet von ihren schönen Frauen und dem Klang verschiedenster Blasinstrumente wie chinucas, quipas und bocinas.

PUCARÁ DE RUMICUCHO
Übertragen aus der Quechua-Sprache: Pucará = Festung / rumi = Stein / cucho = Ecke Lage: Rumicucho ist eine Ausgrabungsstätte im Gebiet von San Antonio de Pichincha, 30 km nördlich von Quito, am östlichen Ende einer halbwüstenartigen Ebene gleichen Namens. Trotz der kargen Bedingungen war Rumicucho Ende des 15. Jh. Zentrum einer bedeutenden Inka-Niederlassung. Von der einstigen Festung sind nur die Grundmauerreste zu sehen. Architektur: Die Festung lag auf einem künstlich geschaffenen Terrassenplateau in 2.420 Metern Höhe. Fünf Terrassen, jede von einer Mauer umgeben, waren mit Räumen unterschiedlichster Funktion bebaut. Diese Bauart ist als „pirca“ bekannt. Kultur: Keine Ausgrabungsstätte Ecuadors hat bislang so viele Funde hervorgebracht wie Rumicucho. Interessant sind insbesondere Artefakte aus Knochen von Lamas. Insbesondere die Knochenschnitzereien machen die Funde zu den bedeutendsten im nördlichen Andenraum. Zu den wichtigen Fundstücken gehören auch verschiedene Nadeln für die Textilherstellung sowie Löffel, die wahrscheinlich für zeremonielle Zwecke genutzt wurden. Funktion: Die Hauptaufgabe einer Festung, eines Pucará, war militärischer Natur. Daher wurden sie stets an hohen Punkten errichtet, die weite Sicht gewährten. Die Gebäude sollten ihre Bewohner vor Angreifern schützen. Diese lebten, neben ihrem militärischen Dasein, ein ganz normales Leben, stellten Keramiken her, webten und fertigten Werkzeuge aus Stein und Knochen. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Rumicucho auch Standort eines Tempels war, in dem der Sonne und dem Mond gehuldigt wurde. Historischen Quellen zufolge waren die wichtigsten Feiertage die Tag- und Nachtgleiche sowie die Winter- und Sommersonnenwende. Diese Daten stimmen mit der Anwesenheit der Inkas überein, obwohl zur selben Zeit auch andere Völker existierten, darunter die Quitu-Caranqui, die Pastos und die Cañaris. Verwaltung: Vier der fünf Terrassen werden derzeit archäologisch untersucht und restauriert. Die Fundstätte wird von der Libertad-Stiftung verwaltet. Die Ausgrabungen wurden durch ein Übereinkommen mit der Bauerngenossenschaft von Rumicucho und dem Staatlichen Kulturamt möglich gemacht.

RECOLETA DE SAN DIEGO
Die Franziskaner sind Quito seit seiner Gründung verbunden, das schon Ende des 16. Jh. durchaus städtische Strukturen besaß. Sakralbauten prägten das Stadtbild – Kirchen, Klöster und Stifte. Ihre Altäre, Aufsätze und Fassaden konnten nur durch ein Heer von Künstlern und begnadeten Handwerkern geschaffen werden. Sie alle erlernten ihre Kunstfertigkeit in den ebenfalls von Franziskanern geleiteten Ausbildungsstätten San Juan Evangelista und San Andrés, den Keimzellen der berühmten „Schule von Quito“ (Quito-Barock). Viele Gläubige verspürten schon bald den Wunsch nach Orten zur inneren Klausur, nach einer Rückzugsmöglichkeit vom Lärm der Stadt. So entstand vor den Toren Quitos, zwischen tiefen Schluchten an den Hängen des Vulkans Pichincha, die Herberge Recoleta de San Diego. Rasch verbreitete sich ihr Ruf als Zentrum stiller Einkehr unter Mönchen und Laien. Im Jahre 1600 begannen die Bauarbeiten unter der Aufsicht von Pater Bartolomé Rubio. Zur Anlage gehören zwei Innenhöfe, Refektorium, Sakristei, Zellen und Obsthaine. Die bescheiden anmutende Fassade weitet sich zu einem plazaähnlichen Hof, in dessen Mitte ein imposantes Steinkreuz aufragt. Eingelassen in einen fenstergekrönten, gewaltigen Torbogen liegt das Hauptportal mit seinen aufwendigen Steinmetzarbeiten. Darüber erheben sich die auf schlichten Säulen ruhenden Kirchtürme. Das originale Hauptportal befindet sich heute im Gebäudeinneren, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen. An den Klostermauern fallen die unterschiedlichen Fenstergrößen ins Auge – jeder Klosterbewohner konnte seine Zellenfenstergröße so gestalten, wie er es aus Helligkeitsgründen brauchte. Das Innere der Kirche vereint die Schlichtheit weißgekalkter Wände und steinerner Böden mit der erhabenen Kunstfertigkeit des Chores aus Zedernholz im Mudéjar-Stil. Die Kanzel und die viel verehrte Jungfrau von Chiquinquirá sind Meisterwerke des indianischen Bildhauers Menacho. Während der vergangenen Jahre ließen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen Kirche, Kloster, Gemälde, Skulpturen, Altaraufsätze und Kassettendecken in neuem Glanz erstrahlen. Dabei kamen auch die übertünchten Fragmente ursprünglich aus dem 17. Jh. stammender Wandmalereien zum Vorschein.

DAS HAUS URRUTIA
Das Haus und Museum von María Augusta Urrutia liegt im kolonialen Viertel von Quito und wurde Anfang des 20.Jhs. errichtet. Es ist ein herausragendes Beispiel der damaligen Architektur, mit Innenhöfen, Wandelgängen und zahlreichen Zimmern. María Augusta Urrutia wurde 1901 in Quito geboren und entstammte einer wohlhabenden Familie. Ihre Kindheit und Jugendjahre verbrachte sie Europa, wo sie ihren Geschmack am französischen Stil fand und die Kunst der großen Meister kennen lernte. Ihr Haus ist mit einer Sammlung ecuadorianischer Kunst ausgestattet, die von der Kolonialzeit bis ins 20.Jh. reicht. Außerdem sind große einheimische Bronzegefäße, erlesenes französisches Porzellan und Silberbestecke ausgestellt. Ihr Ehemann, Alfredo Escudero, starb wenige Jahre nach der Hochzeit. Fortan sah man Doña Urrutia für den Rest ihres Lebens schwarz gekleidet - bis zu ihrem Tod 1987. Sie hatte das Haus seit dem Tode ihres Mannes unverändert gelassen und setzte fortan, einer tiefen Religiosität verpflichtet, ihren Wohlstand dazu ein, den Armen, speziell den Kindern, zu helfen und junge Künstler zu fördern. Darunter war Mideros, dessen großformatige, oft leuchtend blaue, mystische Werke das Haus schmücken. Ein Rundgang durch das Haus Urrutia ist eine Begegnung mit der Vergangenheit, die einen Flügelschlag lang die Gegenwart zu berühren scheint.

DIE KATHEDRALE VON QUITO
Zahlreiche Stile vereinigen sich im Erscheinungsbild der Kathedrale: spätgotisch die Bögen, im Mudéjar-Stil die Decken, der Hauptaltar im Barock und der Chor im Neoklassizismus. Die Kathedrale birgt herausragende Werke Kunstwerke der Kolonialepoche wie die "Kreuzabnhame" von Caspicara sowie über dem roten Chorgestühl die "Krönung der Jungfrau" von Manuel de Samaniego. Außerdem erinnert der Sarkophag von Antonio José de Sucre, an den Befreier Quitos.

STADTMUSEUM VON QUITO (MUSEO DE LA CIUDAD)
Das Museum wurde im Juli 1998 im historischen Gebäude des einstigen Hospitals eröffnet. In seiner Anfangszeit diente der Bau vornehmlich als Hospiz und Herberge für Reisende. Erst um 1700, als die Bethlehembrüder das Gebäude übernahmen, kamen ein Arzt, Kaplan, Kirche, Apotheke, ein Gemüsegarten und Brunnen zur Wasserversorgung hinzu. Die Brüder errichteten die reich ausgestattete Kapelle mit ihren herrlichen Schnitzaltären, die ein wunderbares Beispiel für die "Schule von Quito" sind. Ecuadors erster Arzt, Eugenio de Santa Cruz y Espejo, erblickte hier das Licht der Welt und praktizierte später auch im Hospital. 1826 wurden eine medizinische Fakultät und ein Vorlesungssaal eingerichtet. Im Stadtmuseum kann sich informieren, wer ganz allgemein an der Geschichte der Stadt und ihrer Entwicklung interessiert ist. Plastische Dioramen lassen die Vergangenheit anschaulich werden. In den ersten Sälen ist der lange Zeitabschnitt von der Vorgeschichte über frühe Indiokulturen bis zum Beginn der Inka-Herrschaft 1487 dargestellt. Die weiteren Ausstellungsobjekte sind jahrhundertweise zusammengefasst. Sogar das ursprüngliche Hospiz wurde originalgetreu wiedererrichtet. Im Saal des 16.Jhs. kann man einen alten Stadtplan von Quito, gefertigt aus Holzeinlegearbeiten, sehen, dazu eine naturgetreu nachgebildete Indiohütte, Helme und Bewaffnung der spanischen Eroberer und die Orden, die hierher kamen. Das prosperierende 17.Jh. ist u.a. mit Textilerzeugnissen der Zeit und dem Atelier von Miguel de Santiago vertreten, einem Meister der Schule von Quito. Säle des 18.Jhs. lenken ein Augenmerk auf französische und deutsche Forscher, die den Verlauf des Äquators herausfanden und die Natur der Anden erkundeten. Hinzu kommen typische Bekleidung der Epoche und Darstellungen der strikten Ständetrennung. Das 19.Jh. zeigt den französischen Einfluss auf das Land und den Unabhängigkeitskampf.

GUAYAQUIL UND UMGEBUNG ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM DER BANCO DEL PACÍFICO
Calle Francisco de Paula Icaza 113/Ecke Avenida Pichincha; Telefon: 256 60 10, Apparat 5290 bis 5294; Fax: 232 83 33 App. 5399 Öffnungszeiten: Montag – Freitag von 9 – 18 Uhr, Sonnabend – Sonntag von 11 – 13 Uhr Die Ausstellung bietet einen hervorragenden Überblick über die alt-indianischen Kulturen Ecuadors. Ein besonders wichtiges Exponat ist eine winzige tönerne Venus aus Valdivia. Die Sammlung umfasst 8.000 Stücke, wovon 650 in zwei Themenbereichen ausgestellt werden: „Kultur, Keramik, Schöpferkraft” (3.000 bis 300 v. Chr.) und „Gesellschaften der Küstenregion“ (300 v. Chr. bis 1.526 n. Chr.). Außerdem bereichert eine umfangreiche Gemäldesammlung das Innere des Bankgebäudes.

DAS VIERTEL "LAS PEÑAS"
1896 wurde Guayaquil von einer verheerenden Feuersbrunst heimgesucht, der fast alle kolonialen Bauten zum Opfer fielen, Ausnahme: das Viertel "Las Peñas". Hier gibt es noch enge Kopfsteinpflasterstraßen und Holzhäuser, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Viele der renovierten Häuser tragen Plaketten und Fotos, die ihren Zustand vor und nach der Restaurierung zeigen. Ganz oben gelangt man schließlich zur Plaza Colón mit ihren Kanonen, die einst die Stadt vor Piratenüberfällen schützten. Am schönsten ist es hier in den hell erleuchteten Abendstunden, wenn gemütliche Bars, Cafés und Restaurants voller Leben sind.

NATURSCHUTZGEBIET CERRO BLANCO
Anschrift: Km. 16 Vía a la Costa, Guayaquil. Telefon: 28-72236, 287-1900 App. 32280. Täglich geöffnet von 8:00 bis 16:00 Uhr. Cerro Blanco liegt nahe bei Guayaquil und wird von der Pro-Bosque-Stiftung verwaltet, die hier in den Chongón-Hügeln ein Mosaik verschiedenster Vegetationsformen schützt, darunter eines der letzten verbliebenen Gebiete mit ursprünglichem Trockenwald. Seine biologische Vielfalt macht das Schutzgebiet von Cerro Blanco so wertvoll; außerdem die Tatsache, das es eines der wenigen Reservate an Ecuadors Küste ist. Hier kommen noch Ozelot, Jaguar, Brüllaffen, Kapuzineräffchen, Pekaris und seltene Ara-Arten vor. Und die Vogelwelt ist eine der Hauptattraktionen des Parks mit ihren 211 Arten, darunter allein 20 Greifvogelarten. Cerro Blanco ist Ornithologen als "IBA" oder Important Bird Area (= Bedeutendes Vogelschutzgebiet) ein Begriff. Folgen Sie einfach dem angelegten Weg namens "Avenida der VögelS! Neben der Vogelwelt sind hier aber auch 600 Pflanzenarten vertreten. Zwanzig gut ausgebildete Führer nehmen interessierte Gäste mit auf die unterschiedlich langen Wege. Von Januar bis Mai ist der Wald üppig grün und Vögel ziehen ihre Brut groß; braun und trocken liegt der Park zwischen Juni und Dezember da. Tragen Sie am besten leichte, luftdurchlässige Kleidung für tropisches Klima, bequeme Schuhe und eine Kopfbedeckung. Denken Sie bitte auch an ein Insektenschutzmittel. Durchschnittliche Tagestemperatur: 22° bis 32°C Höhe: Meeresspiegel

OTANISCHER GARTEN GUAYAQUIL
Guayaquils erst 1989 gegründeter botanischer Garten dient dem Erhalt tropischer Arten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Schüler kommen hierher, um etwas über Botanik zu lernen. Der Botanische Garten beteiligt sich an Forschungsprogrammen, zum Beispiel zur Entwicklung neuer Orchideenarten. Die Anlage befindet sich in herrlicher Lage auf dem Coloradoberg, 60 Meter über dem Meer. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Flüsse Guayas und Daule. Der Rundgang ist in drei Abschnitte gegliedert. Vom Eingang führt der Weg zum Vortragssaal, vorbei an Edelholz- und Obstbäumen, von denen ein jeder mit gebräuchlichem und wissenschaftlichem Namen gekennzeichnet ist. Daran schließt sich der Orchideengarten mit über 200 Arten an, dazu kommen Bananen, Zuckerrohr und Mais. Hier können Sie sich niederlassen und den Vögeln zuschauen, darunter Falken und Habichte. Der letzte Bereich ist der größte mit zahlreichen Kaktusarten, Palmen, Heilpflanzen und einem Seerosenteich. Außerdem gibt es bunte Schmetterlinge wie den Morphofalter zu sehen mit seinen azurblau schillernden Flügeln.

DER FRIEDHOF VON GUAYAQUIL
Auch wenn Friedhöfe gemeinhin keine Touristenattraktionen sind, ist dieser einen Besuch wert - auch wegen der bemerkenswerten Marmorstatuen mit ihrem stark italienischen Einfluss. Eine reizvolle Allee von Palmen führt den Besucher zum Grab des früheren Staatspräsidenten Ecuadors, Vicente Rocafuerte.

HISTORISCHE PARK, GUAYAQUIL
Dieser Park ist eine Mischung aus zoologischem Garten und Freilichtmuseum für Architektur und traditionelles Leben. Er gliedert sich in drei Bereiche: Wildleben Hier leben auf rund 4 Hektar geschütztem Mangrovenwald 50 Vogelarten, Säugetiere und Reptilien, nicht gezählt Insekten, Krustentiere, Fische und andere Lebewesen dieses Biotops. Von einem erhöhten Bohlenweg erlebt man das Ökosystem hautnah, ohne seine Bewohner zu stören. Entlang der Strecke gibt es 23 Informationstafeln, die eine gezielte Beobachtung ermöglichen. Vom Aussichtsturm bietet sich ein Blick über das ganze Gelände. Städtische Architektur aus der Zeit, als der Kakaoboom den Wohlstand Guayaquils begründete, ist hier mit geretteten Originalbauten zu sehen. Besonders stimmungsvoll wird es am Wochenende, wenn Menschen, gekleidet in die damals so beliebte französische Mode, die Straßen entlang schlendern, fliegende Händler Süßigkeiten und Tabak anpreisen und die alte Maultier-Straßenbahn vorüberzuckelt. 1896 wurde Guayaquil von einer verheerenden Feuersbrunst heimgesucht, der fast alle kolonialen Bauten zum Opfer fielen. Die Stadt wurde anschließend im damals modernen Stil wieder aufgebaut, darunter die Häuser, die heute im Park zu sehen sind bzw. bald zu sehen sein werden: Das Gebäude der Banco Territorial wurde bereits 1886 errichtet und beherbergte ein Geldinstitut. Die tragende Konstruktion und das erste Stockwerk ist in Holz, das Erdgeschoss in Ziegelstein ausgeführt, Zink verblendet die Fassade. Das Hospiz wurde 1892 für soziale Zwecke erbaut. Holz und Ziegelsteine wurden im Erdgeschoss verwendet, für das Obergeschoss benutzte man ausschließlich Holz. Sobald das Gebäude wieder komplett restauriert ist, soll sein Glockenturm als Aussichtspunkt dienen und seine Kapelle besonderen Anlässen vorbehalten sein. Die weiteren Räumlichkeiten, wie die Säulengänge im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk, werden für verschiedene Kunstausstellungen genutzt. La Casa Verde entstand 1896 als Wohnhaus. Im Erdgeschoss werden Läden, Kunstwerkstätten und ein Raum mit Dokumenten zur Geschichte und zur Rettung des Hauses untergebracht. Ein Heimatmuseum wird im Obergeschoss mit Möbeln, Werkzeugen und anderen Gegenständen der Zeit einziehen. Das Haus von Julian Coronel wurde zwischen 1899 und 1900 erbaut. Im Obergeschoss wurde gewohnt, das Erdgeschoss wurde gewerblich genutzt. Auch hier wurden Holz und Ziegelsteine für das Erdgeschoss verbaut, während der erste Stock ganz aus Holz ist. Im Erdgeschoss werden ein Coffee Shop und ein Restaurant einziehen. Wie in der Casa Verde wird es auch in diesem geretteten Haus einen Ausstellungsraum (im Obergeschoss) zur Geschichte des Hauses und seinem Umzug und Wiederaufbau im Park geben. Traditionelles Leben heißt der Themenbereich, der einem Museumsdorf europäischer Vorstellung am nächsten kommt. Hier erleben Sie die Vergangenheit auf einer ländlichen Hacienda zur Zeit des Kakaobooms. Besucher werden Zeuge des vollständigen Produktionsablaufs von der Pflanze bis zur fertigen Schokolade.

LA ROTONDA
Dieses historische Denkmal in Gestalt eines eindrucksvollen Halbkreises erinnert an das Zusammentreffen der beiden Befreier Südamerikas, Bolívar und San Martín, das 1822 in Guayaquil stattfand. Damals beschloß man, das heutige Ecuador Großkolumbien anzugliedern. Das Monument wurde 1937 vom spanischen Bildhauer José Antonio Orús gestaltet. Bolívar hatte Bolivien, Kolumbien, Ecuador und seine venezolanische Heimat von der spanischen Krone befreit; sein argentinisches Pendant war San Martín, dem Peru, Chile und Argentinien ihre Unabhängigkeit von spanischer Herrschaft verdanken.

MALECÓN 2000
Die Uferstraße Malécon 2000 hat sich zur schönsten und meist besuchten Attraktion Guayaquils entwickelt. Die 2,5 Kilometer lange Promenade öffnet der Stadt den Blick zum Río Guayas. Eine bunte Mischung aus Unterhaltung, Kultur und Natur erwartet den Besucher. Im nördlichen Teil finden sich Plazas, Brunnen, eine Museumseisenbahn, Sport- und Spielplätze. Demnächst sollen hier ein Planetarium, ein anthropologisches Museum und ein Museum zeitgenössischer Kunst ihre Pforten öffnen. Einen Bummel wert ist auch das ehemalige Fort mit seinen Kanonen, das die Stadt einst vor Piraten schützte. Im Zentrum der Promenade kommt man zuerst am Denkmal "La Rotonda" vorbei, ein paar Schritte weiter nach Süden findet sich der stimmungsvolle Uhrenturm im maurischen Stil, ihm gegenüber das Rathaus. Auch der "Guayaquil Yacht Club” und der "Naval Yacht Club” liegen in diesem Bereich. Das ultramoderne "Bahia Malécon Shopping Center" liegt ganz im Süden der Promenade. Spaziergänger und Flaneure können hier auf Caféterrassen und in Restaurants die herrliche Aussicht auf den Fluss genießen. Noch im Umbau zum Kunsthandwerksmarkt befindet sich Guayaquils Alter Südmarkt.

MUNICIPAL MUSEUM, GUAYAQUIL
Avenida Sucre/Ecke Pedro Carbo (am Hotel Continental); Telefon: 253 16 21; geöffnet Dienstag bis Samstag von 9 bis 16 Uhr. Auf dem Weg zur Plaza Bolívar lohnt ein Besuch des Museo Municipal (Stadtmuseum), das man leicht an den abstrakten großflächigen Wandmalereien erkennt. In vier Ausstellungssälen lässt sich die Geschichte Guayaquils anschaulich verfolgen. Unter den zahlreichen Ausstellungsstücken befindet sich auch ein Totem aus der Zeit der Huancavilcas.

MUSEUM NAHIM ISAÍAS BARQUET
Avenida Pichincha/Ecke Clemente Ballén, 2. Stock; Telefon: 232 90 99, 251 08 18; geöffnet Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr. Erlesene Sammlung, die nach ihrem Stifter, einem ehemaligen Bankdirektor, benannt ist. Unter den 3.200 Stücken befindet sich auch ein goldenes Brustschild von La Tolita (500 v. Chr. - 500 n. Chr.).

ANTHROPOLOGISCHES MUSEUM UND MUSEUM ZEITGENÖSSISCHER KUNST (MAAC)
Am Malecón 2000 Folgende Dauerausstellungen sind zu sehen: Jahrtausendealte Traditionen an Ecuadors Küste Mit dieser Ausstellung wird der Bevölkerung der aktuelle Forschungsstand nationaler und internationaler Wissenschaftler zum Thema präkolumbischer Küstenvölker gezeigt. Hier werden erstaunlichste, bis zu 10.000 Jahre alte Fundstücke anschaulich und mit modernsten Mitteln lebensnah präsentiert. Ein ganz besonderes Schaustück ist der maßstabsgetreue Nachbau eines Balsaholzfloßes der Manteño-Huancavilca-Epoche. Dieses bemerkenswerte Wasserfahrzeug war einst das wichtigste Verkehrs- und Transportmittel der präkolumbischen Küstenvölker Ecuadors und anderer Länder. Ausstellung zeitgenössischer Kunst Hier gewinnt man einen detaillierten Überblick über die Entwicklung und Quellen der ecuadorianischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Und man erkennt die ganz eigenen Antworten, die vier Maler-Generationen auf soziale, politische und wirtschaftliche Umbrüche in Ecuador und der Welt zwischen 1900 und 1980 gefunden haben. In virtuellen Galerien lernt der Besucher zudem aktuelle Werke von Künstlern kennen, deren Schaffen die jüngsten Entwicklungen der Landeskunst repräsentieren.

GOLDSAMMLUNG DES KULTURHAUSES
Avenida 9 de Octubre/Ecke Calle Machala (Westseite des Parque Centenarío); Telefon: Hinter den Mauern der Casa de Cultura verbirgt sich Ecuadors wertvollste Goldsammlung. Die meisten Stücke stammen von prähistorischen Küstenvölkern. Zu sehen sind Zeremonialgefäße, schlangenförmige Armreife, Nasenringe, Goldschmuckstücke für Lippen und Wangen, sorgfältig ausgeführte Kleiderspangen, Brustschilde, Zeremonialmasken, Ohrringe und vieles mehr. Daneben finden sich Ausgrabungsfunde wie sogenannte "Ocarinas" (Tonpfeifen), Steinkissen, Gussformen für Goldmasken und Tonsiegel, einige davon mit asiatischem Einfluss.

PARQUE DEL CENTENARIO (JAHRHUNDERTPARK)
Der größte Platz im Herzen von Guayaquil nimmt ganze vier Straßenblöcke ein. Hier stehen allegorische Monumente und Standbilder ecuadorianischer Nationalhelden. Gelegentlich finden hier auch große Open-Air-Konzerte statt.

SIMÓN BOLÍVAR
Simón Bolívar wurde am 24. Juli 1783 als Sohn einer reichen aristokratischen Großgrundbesitzerfamilie in Caracas geboren. Er wurde von Privatlehrern erzogen und stand den Ideen des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau nahe. Man nenn ihn den Befreier ("El Libertador") Südamerikas, denn er war - als Soldat und Staatsmann - die bedeutendste Persönlichkeit im Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien. Sein Geburtstag ist ein staatlicher Feiertag. Nach mehreren gescheiterten Aufständen erklärt er 1813 Spanien den Krieg, erringt 1817 schließlich die volle Unabhängigkeit in Venezuela und erhält alle Vollmachten eines Präsidenten. Doch noch ist die Vision Bolívars nicht komplett. Er wendet sich nach Süden. Mit Hilfe seines Vertrauten, General Antonio José de Sucre, befreit er 1822 das heutige Ecuador von spanischer Herrschaft. Er schuf Großkolumbien, bestehend aus den heutigen Staaten Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador. Schon 1828 gibt Venezuela seine Trennung von Großkolumbien bekannt, 1830 tritt Bolívar als Präsident zurück, stirbt am 17. Dezember des selben Jahres, und kann den weiteren Verfall Großkolumbiens nicht mehr aufhalten.

DIE LIEBESPAAR VON SUMPA
Das Museum und Kulturzentrum des „Liebespaars von Sumpa“ wurde 1997 eröffnet und liegt auf der Halbinsel Santa Elena an der Pazifikküste Ecuadors. Hier wird dem Besucher die einzigartige Kulturtradition der Region anschaulich vor Augen geführt. Auf dem Gelände der geschützten Ausgrabungsstätte erfährt man alles über das Volk, das hier in der Zeit von 10.000 bis 6.700 v. Chr. lebte. Ein kleines Gebäude auf dem Ausgrabungshügel schützt drei Gräber unter Glas wie sie an Ort und Stelle gefunden wurden. Großformatige Fotos und Texttafeln dokumentieren die Ausgrabungen. Zwei sich umarmende Skelette eines Mannes und einer Frau – deren Namen „Sumpa“ sich auf die frühere Bezeichnung dieser Region bezieht – scheinen über alle Zeiten hinweg sagen zu wollen, wie wichtig menschliche Zuneigung ist. Das Grab wurde zum Symbol für die ersten Bewohner von Santa Elena, die vielleicht den Grundstein für die großen Kulturleistungen der Küstenregion Ecuadors legten. Das Bild des Liebespaars inspirierte Dichter, Musiker, Bildhauer und Choreographen in Ecuador und anderswo. Ihr Rundgang führt Sie weiter ins Hauptgebäude, in dem 15 farbenfrohe thematische Ausstellungsstücke zu sehen sind. Dazu gehören auch acht großformatige Dioramen und begehbare Räume, die zeigen, wie sich Geschichte im Erdboden abzeichnet, welcher Wert der Archäologie im Vergleich zur Grabräuberei (huaquerismo) zukommt, was archäologische Befunde enthüllen, wie die Umwelt hier vor der Entwaldung aussah und wie jede der verschiedenen prähistorischen Kulturen der Region hier lebten (dargestellt anhand der bedeutendsten Errungenschaften der jeweiligen Gruppe). In der Neuen Welt ist diese Ausgrabungsstätte nicht nur wegen ihrer Erkenntnisse über frühsteinzeitliche Begräbnispraktiken bekannt, sondern auch für bahnbrechende archäobotanische Nachweise, die das Bild der frühsteinzeitlichen Agrarentwicklung vollkommen veränderten.

DIE KATHEDRALE VON GUAYAQUIL
Die Kathedrale wurde ursprünglich 1547 aus Holz errichtet. Mehr als einmal brannte sie nieder. Der heutige Bau im neugotischen Stil wurde 1948 geweiht. Beeindruckend sind ihre Buntglasfenster und der Marmoraltar, der aus Cuenca stammt. Die Kathedrale liegt direkt an der einzigartigen Plaza Bolívar und der Calle Chimborazo.

TROPISCHER TROCKENWALD
Tropische Trockenwaldvegetation beherrscht das Binnenland im Machalilla-Nationalpark. Die fremdartig-schön anmutende Landschaft wird von eigentümlichen, flaschenförmigen Bäumen mit kleinen Kronen beherrscht, deren große Stacheln Pflanzenfresser abschrecken sollen. Eine der häufigsten Arten ist der zu den Schmetterlingsblütlern gehörende Wüstenstrauch Prosopis juliflora, dessen grüne Borke der Pflanze die Photosynthese auch im blattlosen Zustand erlaubt. Seine Wurzeln erreichen mit 50 Metern rekordverdächtige Tiefen. Kapokbäume, Ceiba pentandra, beeindrucken durch ihre gewaltigen Brettwurzeln, die den grauen Stamm mit der enormen Krone stützen. Ihre Früchte enthalten wasserabweisende, schwimmfähige Fasern, die man als Füllmaterial von Rettungswesten nutzte, bevor sie von modernen Kunstfasern abgelöst wurden. Ebenfalls weit verbreitet sind Feigen- und Rauhblattgewächse (Ficus spec., Cordia spec.) sowie Palo-Santo-Bäume (Pursera graveolens). Die hohen spindelförmigen Kakteen, die überreich an den Hängen wachsen, gehören zur Gattung Armatocereus; die stachelige Verwandtschaft aus der Opuntienfamilie findet sich ebenso zahlreich. Diese ungewohnt anmutende Waldlandschaft ist Heimat zahlreicher Vögel und anderer Tierarten. Biologen zählten vor Ort schon 119 verschiedene Vogelarten, darunter Küstenpapageien und Sittiche, aber auch - Vorgeschmack auf Galápagos! - Seevögel, wie Pelikane, Tölpel und Fregattvögel. Zu den weiteren Tierarten gehören Rotwild, Flughörnchen, Brüllaffen, Guantas (eine tropische Nagetierart), Ameisenfresser und eine ganze Anzahl Eidechsen, Schlangen und Leguane. Ursprünglich war tropischer Trockenwald an weiten Küstenabschnitten Mittel- und Südamerikas verbreitet. Doch kein tropischer Wald hat stärker unter dem Einfluss des Menschen gelitten als dieser. Inzwischen ist er beinahe verschwunden und gilt als höchstgefährdete tropische Waldform der Erde. Besonders Buschfeuer und Beweidung durch Ziegen sind eine große Gefahr, da die Tiere die jungen Bäume fressen, bevor sie schützende Stacheln und genügend Giftstoffe entwickelt haben.

ANTZAS (Schrumpfköpfe)
Es ist noch nicht lange her, da gaben die Shuar-(Jívaro-)Indianer des ecuadorianischen Amazonasgebietes ihren Brauch auf, Schrumpfköpfe zu fertigen. Mit einer ganz besonderen Methode wurden erbeutete Feindeshäupter für die Ewigkeit präpariert; aber auch die Köpfe verstorbener und hoch angesehener Stammesmitglieder, deren Weisheit und Wissen auf diese Art bewahrt werden sollte. Man entfernte alle Knochen, während Haut und Haar in erhalten blieben. Die kleinen Köpfe verloren bei diesem Prozess nichts von ihrer ursprünglichen Ausdruckskraft, und es ist erstaunlich, wie deutlich man Details wie Ohren, Augenbrauen und Lider erkennen kann.

ABENTEUER COTOPAXI-VULKAN
Der Cotopaxi liegt in den Anden Zentralecuadors und ist der höchste aktive Vulkan der Welt. Sein Name bedeutet "Hals des Mondes". Er erhebt sich aus einem Tal in 2.750 Meter Höhe bis auf 5.897 Meter über dem Meeresspiegel. Sein Krater misst von West nach Ost schätzungsweise 500 Meter, von Nord nach Süd ungefähr 700 Meter. Der perfekt geformte, schneebedeckte Kegel des Cotopaxi ist 1.341 Meter hoch. Die erste von Menschen aufgezeichnete Eruption ereignete sich 1534 zur Zeit der spanischen Eroberung und setzte beide, Eroberte und Eroberer, gleichermaßen in Schrecken. 1877 ereignete sich der letzte größere Ausbruch. Eingerahmt wird der Vulkan vom Cotopaxi-Nationalpark, einem ökologisches Kleinod von 360 Quadratkilometern Ausdehnung. Naturliebhaber werden begeistert sein: Auf dem weiten, baumlosen Páramo-Hochland kann man Lamas und vielleicht Rotwild sehen. Aus der Vogelwelt Andenmöwe, Enten, mehrere Kolibriarten und der Kondor erwähnt, den sie mit etwas Glück ausmachen werden. Hacienda La Ciénega, Tourist Cotopaxi, Ecuador Am Fuße des Vulkans Cotopaxi im Lasso-Tal der Region Guaytacama gelegen, gehört die Hacienda aus dem 17. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag Nachfahren des ursprünglichen Besitzers, dem Marquis von Maenza. Das heutige Herrenhaus wurde 1838 errichtet; eine Allee riesiger, duftender Eukalyptusbäume führt darauf zu. 1982 wurde das Haus öffentlich zugänglich gemacht, mit großzügigen Zimmern, umgeben von herrlichen Gärten. Die anmutigen und eleganten Zimmer und Säle von La Ciénega waren Zeugen vieler wichtiger Ereignisse in Ecuadors Geschichte.

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