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Mittwoch, September 8, 2010
 

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Haie im Galapagos-Archipel – ein ganz besonderer Luxus


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Haie im Galapagos-Archipel – ein ganz besonderer Luxus

Wenn man über die Meeresfauna der Galapagosinseln spricht, sollte man sie sich als natürliche Ressource vorstellen. Infolge des ungewöhnlichen Zusammentreffens weitreichender Meeresströmungen in äquatorialen Breitengraden bilden sich hier ganz besondere Anziehungspunkte. Das untermeerische Ökosystem besteht wie sein Gegenstück an Land aus einer sehr zerbrechlichen Nahrungskette, die sich aus Produzenten und Verbrauchern zusammensetzt. Haie nehmen in diesem komplexen Gebilde eine Schlüsselposition ein: Die Knorpelfische gehören in die Kategorie der Verbraucher und regulieren darüber hinaus die Bestände anderer Arten. Auf diese Weise spielen Haie als „Gesundheitspolizei“ eine überaus bedeutende Rolle beim Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Meer. Der rapide Rückgang und Verlust von Haien führt ins biologische Chaos. So sind beispielsweise im Atlantischen Ozean 85% der Hai-Populationen abgefischt worden und für den Pazifischen Ozean nimmt man an, daß 25% der ursprünglichen Haibestände aus ihrem angestammten Lebensraum verschwunden sind. Es gibt Regionen in den Ozeanen der Welt, in denen es überhaupt keine Haie mehr gibt und man sie nur noch aus historischen Quellen kennt. Dort findet man heute nur noch einen verkümmerten, aus dem Gleichgewicht geratenen marinen Lebensraum.

Im Galapagos-Archipel haben die Meeresschutzmaßnahmen trübe Ergebnisse gezeitigt. Oder anders gesagt, unterschiedliche umweltpolitische Leitbilder wurden nicht konsequent durchgehalten. Das Gesamtergebnis: Haibestände, die sinken, kleine Fischer, zu Unrecht an den Pranger gestellt und eine Unterwasserwelt, die an der Schwelle steht. Leider gab es in Sachen Hai-Schutz nur wenige Sternstunden; in den allermeisten Jahren zeigten sich die negativen Auswirkungen auf das Überleben der verschiedenen Haie.  

Auf unseren Segelexkursionen sieht man verbreitet Weißspitzen-Riffhaie. Zeigen sich bei Gelegenheit auch einmal Hammerhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie und Port-Jackson-Haie, darf man das als ausgesprochenen Luxus verbuchen. An Stellen wie dem goldgelben Strand von Bartolomé kann man ins Wasser waten und Weißspitzen-Riffhaie aus nur wenigen Metern Entfernung beobachten wie sie friedlich vor der Brandung schwimmen. Das Verhalten der Tiere ist so beeindruckend, daß die Galapagosinseln wahrscheinlich der einzige Ort weltweit sind, wo auf den Ruf unseres Expeditionsteams „Ein Hai!“ jeder ins Wasser spring, um einen derart einzigartigen Fund mit eigenen Augen betrachten zu können. Für Tauchsportler sind die Haie der Galapagosinseln einer der Hauptgründe hierher zu kommen. Wer je eine Schule von mehr als hundert Hammerhaien oder einen Walhai gesehen hat, wird den Unterschied zwischen einem schönen Erlebnis und einer wirklich außergewöhnlichen Lebenserfahrung verstehen. Kein Wunder, daß Begegnungen mit Haien im Galapagos-Archipel ein ganz besonderer Luxus sind – und ihr Überleben sehr eng mit dem Fortbestand der Menschheit verknüpft ist. Letzten Endes spiegelt der Zustand unserer Ozeane nur den Zustand unserer eigenen Umwelt.

 

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