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Mittwoch, September 8, 2010
 

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20. Oktober 1835: Die „HMS Beagle“ beendet ihren fünfwöchigen Forschungsaufenthalt auf den Galapagosinseln


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October 20, 1835: The HMS Beagle ends a 5-week expedition in the Galápagos Islands

Mit seinen noch immer jungen 26 Jahren hatte Charles Darwin bereits mehr Seemeilen zurückgelegt als irgendeiner seiner britischen Altersgenossen. Diese Reise formte ihn nicht nur zu einem reiferen Menschen, sie erwies sich ihm vielmehr als entscheidende Antriebsfeder und Quelle dauernder Inspiration. Darwin hatte keine Vorstellung davon, was auf ihn zukommen sollte; ein Jahr später würde er zurück in England sein, und nach 23 Jahren sein Meisterwerk über den „Ursprung der Arten“ veröffentlichen. Er würde sich schwierigen Zeiten gegenübersehen, sowohl in seinem eigenen Leben als auch im Umgang mit gelehrten Wissenschaftlern und christlichen Fundamentalisten. Die meisten dieser Hürden nahm Darwin als Herausforderung an. Er war entschlossen, alles infrage zu stellen, was nicht wissenschaftlich belegt werden konnte. So wurde er zum unabhängigen Wissenschaftler – mit einer ungewöhnlichen Tugend: seiner Beobachtungsgabe.

Die „HMS Beagle“ hatte den größten Teil des Galapagos-Archipels vermessen, Charles Darwin aber insgesamt nur vier Inseln betreten. Das letzte, was er von Galapagos sah, waren die nordwestlichsten Inselchen Wenman und Culpepper (heute Wolf und Darwin). Er war nie wieder in den Tropen, brachte aber unwiederbringliche Eindrücke und imponierende Sammlungen mit nach Hause. Ein Schiff betrat er ebenso wenig wie er noch einmal England verließ. Ein Großteil seiner Zeit widmete er dem Nachdenken und Auswerten sowie seinen familiären Angelegenheiten. Als Vater brachte er es nicht übers Herz, Mußestunden nicht mit seinen Kindern zu verbringen; sein Garten, die Strandspaziergänge und Landausflüge sowie die zahlreichen Familienfeste in Downe House gaben seinem Leben Erfüllung.

Charles Darwin hatte eine Reise unternommen, die seine Welt veränderte. Sein Buch wiederum veränderte die Welt und, was am bedeutendsten war, unsere althergebrachten Vorstellungen. Galapagos mag wie ein kurzer Zwischenstop auf einer fünfjährigen Reise erscheinen, doch was Darwin hier entdeckte war tatsächlich einzigartig. Er sah zwar keine riesigen Tieransammlungen, doch erwies sich seine Beobachtungsgabe als monumental. Noch jede moderne Expeditions-Exkursion ist eine stille Verbeugung vor einem der größten Denker der Menschheit. ¡Viva, Charles Darwin!

Sein letzter Galapagos-Eintrag ins Logbuch der „HMS Beagle“ lautete:

20. Oktober: Nach dem Abschluß der Vermessungsarbeiten im Galapagos-Archipel nahmen wir Kurs auf Tahiti und begannen unsere 3.200 Meilen lange Überfahrt. Im Verlaufe weniger Tage ließen wir die düster-trüben Gestade hinter uns, die sich im Winter bis weit vor Südamerikas Küste ausdehnen. Dann genossen wir heiteres und klares Wetter und kamen im beständigen Passatwind mit täglich 150 bis 160 Meilen erfreulich voran. Die Temperatur in diesem zentraleren Teil des Pazifiks ist höher als nahe der amerikanischen Küste. Das Thermometer auf dem Puppdeck bewegte sich bei Tag und Nacht zwischen 27° und 28° C, was sehr angenehm ist; aber bei ein oder zwei Grad mehr wird die Wärme drückend. Wir passierten das Low- oder Gefährliche Archipel (heute: Tuamotu-Archipel) und sahen verschiedene dieser sonderbaren Ringe aus Korallenland, die gerade über die Wasseroberfläche reichen und Laguneninseln genannt werden. Ein langer und leuchtend weißer Strand wird von einem Rand grüner Vegetation begrenzt; der Streifen wird in beiden Blickrichtungen rasch schmaler in der Ferne, bis er hinter dem Horizont verschwindet. Vom Topp erkennt man eine ausgedehnte Flachwasserzone innerhalb des Rings. Diese geringen, tief liegenden Koralleninseln stehen in keinem Verhältnis zum riesigen Ozean, aus dem sie abrupt emporsteigen; und es erscheint wunderbar, daß derartig empfindliche Eindringlinge nicht von den allmächtigen und nie ermüdenden Wogen des großen Meeres überwältigt werden, das man fälschlich Pazifik nennt.   

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