Flora und Fauna
PFLANZEN WAREN DIE ERSTEN!
Sehr wahrscheinlich begann die Besiedlung durch
Pflanzen in dieser Reihenfolge:
- Sporen und Samen wurden herangeweht und blieben auf den jungen Inseln "hängen".
- Samen wurden von Seevögeln eingeschleppt: im Gefieder, an den Krallen oder als Hinterlassenschaft ihres Verdauungsapparates.
- Herangespülte Brocken mit Vegetation, die von Überschwemmungen auf dem Festland ins Meer gespült und durch Strömungen hierher verfrachtet wurden. Dieser Prozess dauert an. Nicht alle Saaten kamen mit dem felsigen Grund zurecht. Nur anspruchslose Arten schafften es, sich in der kargen Umwelt zu überleben, sich fortzupflanzen und weiter zu entwickeln.
Ausgehend von der Küste zum Hochland, definiert man fünf Vegetationszonen auf Galápagos:
- Küstenzone. Meeresküsten sind Extremstandorte. Pflanzen müssen besonders Salz und Wind stand halten können. Mangroven und Strandwinden gehören zu ihren typischen Vertretern.
- Trockenzone. Kaktusland: Sie bestimmen weite Teile des Landschaftsbildes, darunter Arten wie Baumopuntien, eine der Hauptnahrungs- und Wasserquellen vieler Reptilien, und Galápagos-Säulenkakteen. Ein anderer typischer und auf allen Inseln weit verbreiteter Vertreter dieser Zone ist der Balsambaum, benannt nach dem roten Saft, der aus Wunden tritt. Ganz allgemein ist die Trockenzone Standort sehr viele endemischer (nur hier vorkommender) Pflanzenarten.
- Feuchtzone. Mit Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) - wie Orchideen, Moose, Farne und Flechten - beladene Bäume überragen eine dichte Strauchschicht. Typische Vertreter dieses "Galápagos-Regenwalds" sind die Scalesienwälder, eine nur auf den Galápagos-Inseln heimische Korbblütlergattung - man könnte fast von "Sonnenblumenwäldern" sprechen. Hier hat auch die einzige Bromelienart der Galápagos-Inseln ihren Standort, die Galápagos-Tillandsie.
- Miconia-Zone. Oberhalb der Scalesienwälder auf San Cristóbal und Santa Cruz wächst dichtes und 3-4 m hohes Gebüsch der Art Miconia robinsoniana.
- Farn-, Gras- und Seggenzone. Die von den Einheimischen Pampa genannte Zone ist durch den dichten Bodenbewuchs aus Gräsern, Bärlappgewächsen, Moosen und Farnen gekennzeichnet. Viehhaltung und Abbrennen trugen vermutlich zu ihrer Ausbreitung bei, denn auf unbewohnten Inseln fehlt sie ganz.
VOGELWELT DER GRÖSSTE VOGEL DER INSEL
Überall im Ostpazifik ist er zuhause: der Galápagos-Albatros. Mit seiner Flügelspannweite von bis zu 3,5 m kann er sich tagelang vom Wind treiben lassen. Auf Galápagos ist er nur auf Española (Hood) heimisch, wo sie jeden Besucher mit ihren spektakulären Balztänzen begeistern. Im Januar verlassen sie die Insel und kehren im April zurück. Sie folgen den kalten, fischreichen Meeresströmen an die südamerikanische Küste und kehren mit dem Südostpassat wieder zurück. Neben ihren Balztänzen ist auch die Jungenfütterung interessant: eine Art Fischöl!
ROTFUSSTÖLPEL
Die einzige Art mit zum Greifen geeigneten Krallen. Die Vögel nisten auf Balsambäumen oder Sträuchern. Als "Frühreife" beginnen Rotfußtölpel noch im Jugendgefieder mit der Paarungszeit (vielleicht eine Erklärung für die Größe der Kolonie!). Am weitesten verbreitet auf der Vogelinsel, Genovesa (Tower). Und: Rotfußtölpel sind zwar häufig, aber nur selten zu sehen - ihre Brutkolonien liegen auf den abgelegenen Inseln des Archipels.
BLAUFUSSTÖLPEL
Unerschrockene Taucher, die sich aus 30 m Höhe ins Meer stürzen, und sehenswerte Tänzer, wenn sie ihren Schnabel zum Himmel richten und dabei mit ihren großen leuchtend-blauen Füßen auf den Boden stampfen. Bevorzugte Brutinseln sind: Española, die Daphnes, Isabela und North Seymour. Folgen Sie dem Balzritual: Beim "Skypointing" werden die Flügel in akrobatischer Weise nach vorne gebracht, so daß die Flügeloberseiten und -spitzen genauso zum Himmel zeigen wie Schnabel und Schwanz. Dabei stößt das Männchen einen hellen Pfiff aus, während das Weibchen das ganze mit einem dunkleren, heisereren Ruf untermalt. Achten Sie einmal auf ihre Augen: es scheint, ein Vogel hat größere als der andere. Welcher ist das Männchen, welcher das Weibchen?
Die Pupillen der Weibchen scheinen größer zu sein, weil sie von einem schwarzen Pigmentring umgeben sind. Haben Sie richtig geraten?
MASKENTÖLPEL
Sie sind die größte der drei Arten. Große Brutkolonien findet man auf Genovesa und Española. Sie legen normalerweise zwei Eier, brüten auch beide aus, übergehen aber das jüngere Küken, so daß das ältere bessere Überlebenschancen hat. Wissenschaftler fragen sich, warum so viel Energie bis zum Schlupf eingesetzt wird, wenn dann doch nur eines der beiden Küken aufgezogen wird.
FLUGUNFÄHIGER KORMORAN
Dieser ungewöhnliche Meeresvogel lebt auf den westlichsten Insel des Archipels, Fernandina und Isabela, wo es Nahrung und Nistgelegenheiten im Überfluss gibt. In einer Umwelt des Überflusses und der Sicherheit wurden Flügel - in evolutionsgeschichtlicher Hinsicht - überflüssig. Weltweit ist dies die einzige flugunfähige Kormoranart, man kann sogar die Federn an den Flügelstummeln zählen.
FREGATTVÖGEL
Fregattvögel sind auch als "Piraten der Lüfte" bekannt, weil sie mit ihren akrobatischen Flugmanövern anderen Seevögeln die Beute abjagen. Auch untereinander sind sie wenig zimperlich. Ihr gesamter Körperbau ist auf das Leben in der Luft ausgerichtet. Ganze 2 kg Gewicht, kombiniert mit schlanken, spitz zulaufenden Flügeln geben ihnen eine unerreichte Schnelligkeit und Wendigkeit. Dieses kleptomanische Verhalten geht beim Nistbau weiter - ist der Nachbar unaufmerksam, wird Material aus dessen Nest "organisiert".
Die Männchen haben grün- oder purpur-schimmerndes Gefieder (artabhängig) und einen knallroten Kehlsack, den sie bei der Balz so weit aufblasen, daß ihre Köpfe in den Nacken gedrückt werden. Auf Galápagos kommen zwei Arten vor: die Prachtfregattvögel und die Bindenfregattvögel. Ihre wichtigsten Brutkolonien finden sich auf Genovesa (Tower) und North Seymour.
DIE NÖRDLICHSTEN PINGUINE DER WELT
Unerwartet steht man in tropischen Gefilden Pinguinen gegenüber, genauer Galápagos-Pinguinen. Sie sind eine ungewöhnliche Bereicherung der Insel-Fauna. Galápagos-Pinguine sammeln sich an den felsigen Lavaküsten von Isabela, Fernandina, Santiago und Bartolomé, wo die kalten und nahrungsreichen Wasser des Cromwell- und Humboldtstroms vorüberfließen. Schaut man genau hin, sieht man die Pinguine in Felsritzen und Lavahöhlen nisten. Wenn man einmal einem Torpedo gefahrlos begegnen möchte, genügend ein gemeinsamer Tauchgang mit den drolligen Vögeln!
ANMUTIG UND SCHNELL
In unübertroffener Schönheit und Eleganz fliegen Rotschnabel-Tropikvögel über den Ozean und lassen ihre schrillen Rufe ertönen. Wie der Albatros gehören sie zu den Hochseevögeln und gehen 60-80 km von ihren Brutplätzen entfernt auf die Jagd. Dabei stürzen sie sich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit ins Wasser. Mit ihrem reinweißen Gefieder, dem langen anmutigen Schwanz und einem tiefroten Schnabel gehören sie zu den schönsten Galápagos-Erinnerungen. Besonders eindrückliche Flug- und Lautvorführungen erlebt man vor Española und Genovesa.
TRAUM IN ROSA
Flamingos kamen aus der Karibik hierher. Sie sind die beeindruckendsten und farbenfrohesten Erscheinungen unter den Lagunen- und Küstenvögeln. Verwilderte Hunde und Katzen gefährden die Bestände, die man noch auf Floreana, Isabela, Rabida, Santa Cruz und Santiago antrifft. Flamingos vertragen während der Brutsaison keinerlei Störungen. Ihre Nester bauen sie dann aus getrocknetem Schlamm. Hauptnahrungsquelle sind kleinste Krebstierchen und Algen.